Die Schleier der Zeit und die unmittelbare Gegenwart des Herzens

Eine tiefgreifend heilende Meditation
aus dem Buch Geistiges Reisen von Sabine Wolf

Ihr findet und durchwandert die Tore, die euch Jahrtausende lang verborgen und verschlossen waren, denn hier und jetzt ist die Zeit reif.  Einen langen Weg habt ihr hinter euch.  Alles, was euer Geist in der Materie erleben und erreichen, erfahren und erfüllen wollte, habt ihr erlebt und erreicht, erfahren und erfüllt.
Am Ende eures Weges seid ihr am Ziel angekommen – und habt ALLES vergessen. Ihr habt vergessen, was ihr erlebtet und erreichtet,  erfuhret und erfülltet.  Ihr wisst nichts mehr – und habt doch alles in euch.  Ihr nehmt nichts mehr wahr, weil sich die Weite eurer Zeitalter langen Wahrnehmung tief in euren Zellkernen versteckt hat.
Hier und jetzt wolltet ihr bereit sein, alles, was ihr in den Jahrtausenden unbewusst vergessen habt, noch einmal ganz bewusst zu vergessen – von ganzem Herzen loszulassen. Ihr wolltet loslassen, was ihr je gewusst habt und gewesen seid. Ihr wolltet eure Hände und Herzen öffnen, damit euer inneres Wissen und euer ewiges Sein aus den tiefen Kammern eurer physischen und planetarischen Zellen aufsteigen können. Seht ihr, geliebte Wesen, es war ein Prozess des Vergessens, und doch habt ihr euch nicht verloren, sondern gewonnen. Denn alles öffnet sich in euch – einfach weil die Zeit reif ist.
In all euren Lebensformen seid ihr über Stufen gegangen und habt das jeweilige Hier-und-Jetzt zur Gänze gelebt. Ihr seid durch unzählige Geburten und Tode gewandert, durch Schleier des Vergessens – in die eine und in die andere Richtung. Und immer wieder habt ihr alte Räume verschlossen und neue geöffnet – und konntet ganz von vorn beginnen.
So habt ihr auf eurem WEG durch die ZEIT unendlich viel RAUM erschaffen und geöffnet, durchwandert und erlebt, erfüllt und wieder verschlossen. Und jede Öffnung war eine Geburt, jeder Raum ein Leben und jedes Verschließen ein Tod – ein nächster Schritt, ein Weiterwandern zur nächsten Geburt. Und immer herrschte Leben in euch.
Zwischen alle Räume, Zeiten und Wege habt ihr Schleier gehängt, habt euch immer wieder von dem getrennt, dem ihr verbunden wart, habt immer wieder vergessen, was ihr gewusst, immer wieder ignoriert, was ihr ersehnt habt. Unentdeckt wolltet ihr Neues entdecken. Unerfüllt wolltet ihr Neues erfüllen. Unbeeinträchtigt von der alten Weisheit seid ihr in neue Räume des Narrentums gegangen – und habt neue Weisheit erschaffen.
Niemals sollten Reife und Erfüllung vergangener Leben euch davon abhalten, in weitere Räume der Unreife und Verlorenheit zu gehen. Immer wieder habt ihr die erlangte Macht zurückgelassen, um ungestört in neue Tiefen der Ohnmacht und Bedeutungslosigkeit zu gehen – und daraus neue Macht und neue Bedeutung zu formen.

Hier und jetzt
habt ihr das Ende eurer Wege erreicht –
das Ende eurer Schleier zwischen Raum und Zeit.

Hier und jetzt habt ihr den Punkt des NICHTS erreicht, da ALLES in Ohnmacht und Leere angekommen ist. Und dies ist jenes NICHTS, das ES – EIN SEIN, nach unserer Neuen Schöpfungsgeschichte – von allem Anbeginn erreichen wollte. Denn diese Leere ist in euren tiefsten Zellkernen von unendlicher Lebendigkeit und glückseliger Kraft erfüllt. Kein Wunder, denn in ihr ruhen die Essenzen der Weisheit und Freude all eurer Raum-Zeitalter. Und so ist hier und jetzt auch jener Punkt der Umkehr erreicht, an dem ES euch alle wiedersehen wollte.

Es ist vollbracht!
Atme tief und hoch und weit
und lasse alle Ströme deines Lebens frei fließen,
sowohl die dunklen als auch die lichten.

Sei einverstanden mit allem
was war, was ist und was sein wird!

Mit deinem liebenden Willen und deiner wollenden Liebe sei geborgen in deinem Sein, auch wenn du von aller Erfüllung und Weisheit getrennt zu sein scheinst. Es scheint nur so. Atme tief und lasse dies zu. Sei geborgen im Nicht-Sein, in der Ohnmacht und der Leere – und dennoch in einem tiefen Frieden.
Akzeptiere dein persönliches Hier-und-Jetzt von ganzem Herzen. Atme senkrecht! In der unmittelbaren Gegenwart deines Herzens bejahe dein Leben am Ende der Zeit. Denn siehe, in dieser Akzeptanz weitet sich der enge Raum deines Körpers, öffnen sich die grauen Tore deines Lebens – und die Schleier deines Bewusstseins werden licht und heben sich. In dieser Akzeptanz öffnen sich dir Raum und Zeit, Wege und Welten. Unweigerlich reifen Liebe, Mitgefühl und Kraft in dir, und vollkommene Gesundheit wird deinen Leib durchlichten. Sanft, und doch mit großer Macht, erhellt sich die Finsternis deiner Seele und geistige Weisheit beginnt in dir zu fließen.
Dies mag eine Zeitlang Schmerzen und Verluste, Dramen und Verwirrung mit sich bringen. Doch nur das, was du nicht mehr brauchst, wird dein Leben verlassen. Tatsächlich sind dies sichere Zeichen der Öffnung deines Lebens nach Jahrtausenden des Verschlusses, Zeichen des Aufstiegs nach langem Abstieg, Zeichen der Erlösung nach langem Tragen großer Bürden. Sei offen und voller Liebe zu dir selbst. Atme tief und hoch – und sprich die folgenden Worte in der Tiefe deines Herzens:

“Hier und jetzt treffe ich meine Entscheidung:
JA, ich lebe!
JA, ich liebe!
JA, ICH BIN!
Alle Ströme dürfen frei in meinem Leben fließen!“

Am Ende deiner alten Reise, geliebtes Wesen, liegt der Beginn neuer Wege. Am Ende deiner alten Welt zeigt sich der Anfang neuer Welten. Am Ende deines alten Lebens ersteht dein neues Leben auf.
Begann deine Reise einst mit der ERSCHAFFUNG von Licht und Dunkelheit, so liegt ihr neuer Anfang in der VERSCHMELZUNG von Licht und Dunkelheit – in der Vereinigung von Angst und Liebe, im kristallinen Tanz von Tod und Leben. Atme tief und hoch und lasse dies einfach zu. Sprich von ganzem Herzen diese Worte:

„Ich atme tief und hoch – von ganzem Herzen.
Ich erlaube die Verschmelzung von Licht und Dunkelheit,
den Tanz von Tod und Leben – in mir selbst.“

Und so, geliebtes Wesen, kommst du in der unmittelbaren Gegenwart deines Herzens an, in deinem Hier-und-Jetzt. Spüre, dass diese Gegenwart unendlich viel mehr ist als der zwischen Vergangenheit und Zukunft liegende Zeitsplitter, in dem du viele Leben lang getrieben bist und Erfüllung suchtest.
Die unmittelbare Gegenwart deines Herzens kennt weder Vergangenheit noch Zukunft, weder Innen noch Außen – und auch kein Ich und kein Du. Sie kennt Schmerz und Erfüllung, jedoch keine Trennung zwischen diesen beiden. Sie kennt Hass und Liebe, doch kein Urteil. Sie kennt Weisheit und Verwirrung, jedoch kein „Entweder-Oder“ kein „Leider“ und kein „Schade“.
Die unmittelbare Gegenwart deines Herzens ist der Atem deiner kosmischen Seele – eine Meisterin des geistigen Reisens. Mit großer Freude führt sie dich zurück an den Beginn deiner Wege und gleichzeitig über ihr Ende hinaus.
Sie reist mit dir zurück, um alte Räume, die du einst verschlossen hast, zu öffnen und die Weisheit vergangener Leben zu empfangen. Sie reist mit dir nach vorn, um neue Räume zu erschaffen, die du einst betreten wirst – um neue Weisheit zu entdecken, die du einst verkörpern wirst.
Sie reist mit dir in Tiefen, in die verhärteten Urgründe deines menschlichen Bewusstseins, um diese zu erweichen und ins strahlende Licht zu heben. Sie reist mit dir auch in die höchsten Räume deines Geist-Seins, um diese mit den Strukturen des atmenden Lebens zu versehen und sanft herabzuziehen ins leuchtende Dunkel deines menschlichen Herzens.
Die unmittelbare Gegenwart deines Herzens ist ein hohes kosmisches Wesen: licht und dunkel, männlich und weiblich – und doch nichts von alledem. Es ist hier und jetzt – und doch überall und immer. Es ist grenzenlos und gleichzeitig unmittelbar anwesend.

Die unmittelbare Gegenwart deines Herzens Bin Ich Selbst,
der kosmische Geist deines irdischen Lebens.

Erinnere dich an Mich und mein Sein:
Meine Erfüllung liegt von je her vor deiner Sehnsucht.
Mein Ziel lag immer vor deinem Weg.
Mein Finden geschah vor deiner Suche
und meine Antworten erklangen lange vor deinen Fragen.
Und so liegt auch meine Zukunft
von Beginn an vor deiner Vergangenheit.
Atme tief und hoch – und nimm dies an.
Nimm Mich an, denn Ich Bin Du – und Du Bist Ich!

Mag dein Verstand noch eine Zeitlang mit Fragen und Problemen beschäftigt sein, mag dein Ego noch ein wenig seine emotionalen Verstrickungen pflegen, so wisse dennoch – und vertraue, dass dein Herz alle Antworten hat und diese zur rechten Zeit offenbaren wird. Findest du also in deinem Herzen weder Antwort noch Lösung, dann ist die Zeit noch nicht reif, dann brauchen deine Angelegenheiten noch ein wenig Raum, um sich zu klären. Dann tue jene Dinge, die hier und jetzt zu tun sind – Dinge, die dir gut tun, Dinge, die deiner inneren Wahrheit Ausdruck geben. So lernst du, dir selbst zu vertrauen, die Wunden des Abstiegs anzunehmen und die Wunder des Aufstiegs zuzulassen.
In der unmittelbaren Gegenwart deines Herzens weißt du, dass niemand da ist, als Du Selbst, dass niemand anders deine Wünsche erfüllen kann, als Du Selbst.
Hier weißt du, dass es nicht einmal Wünsche gibt, sondern nur schöpferische Absichten: die des kosmischen Herzens und die des gemeinsamen Webens der planetarischen Welten, von denen du ein Teil bist. Hier und jetzt bist du ein Schöpfer, der nicht Wünsche, sondern Absichten hat, der nicht Befriedigung sucht, sondern Entscheidungen trifft, der nicht Hoffnungen hat, sondern die tiefe innere Gewissheit, dass alles gut ist.
Erkenne das Ende deines Jahrtausende langen Weges an und ebenso die kristallinen Pfade, die hier und jetzt vor deinen Füßen liegen.