Der Krieger und die Liebe
Das Chaos und die Heilerin
Es gab eine Zeit, da sich die Herzen der Frauen so fest verschlossen hatten,
dass sie nicht mehr fähig waren, wahrhaftig zu empfangen und zu geben,
denn dies ist ein- und dasselbe.
Es kam eine Zeit, da der Mann dominierte und das seine gab
und das Rad der Entwicklung nach unten drehte, wie es seiner Natur entspricht.
Nun kommt die Zeit, da die Frau das ihre gibt
und das Rad der Entwicklung nach oben führt, wie es ihrer Natur entspricht.
Das kriegerische männliche Wesen
In Atlantis waren es die Priester, die das Rad der Entwicklung zwischen
der männlichen und der weiblichen Kraft weiterdrehten. Natürlich waren
es immer die oberen Kasten der Gesellschaft, die mit ihren Regungen und
Bedürfnissen die Gesellschaft und die Welt veränderten.
Der Begriff „Priester“ war früher viel weiter gefasst, als dies heute
bei euch der Fall ist. Es war ein Titel, ähnlich eurem Doktor- oder
Professorentitel. So gab es Priester für alle Zweige der Wissenschaft
und Forschung: Gesundheit und geistige Hygiene, Musik- und
Klangforschung, Kommunikation und Philosophie, Menschenführung und
-rechte, Liebe und Sexualität, Fülle und Reichtum, Natur- und
Tierleben, Intuition und Konfliktklärung, geologische und kosmische
Forschungen.
Wie in unserer Neuen Schöpfungsgeschichte erläutert, gab es drei Stufen
des Abstiegs von euch selbst, drei Phasen der Teilung des Einen in die
Zweiheit. Die erste Phase war die der gemeinsamen Erforschung des
geteilten Geistes. Maskuline und feminine Wesen lebten in tiefem
Unterschied und Frieden miteinander. Ihr wart androgyne Götter -
körperlose Wesen.
Die zweite Stufe verdichtete euer Bewusstsein erheblich, verkalkte es.
Ihr wurde einander ähnlich und habt begonnen zu vergessen, wer ihr seid
und warum es das andere Geschlecht gibt. Doch ihr wart zufrieden damit,
denn die Liebe herrschte noch in euren Herzen und so habt ihr in dieser
Raum-Zeit noch keinen Mangel gelitten.
Die dritte Stufe war die der Kreuzigung eures Wesens, die Stufe der
physischen Körper, des Todes und des Schmerzes. Es war die Stufe des
spürbaren Verlustes von ... ? ... von was, das wusstest ihr nicht mehr.
Doch es schmerzte.
Die Elite des atlantischen Volkes hatte sich weit in der Erforschung
der geistigen, kosmischen und irdischen Weisheit fortentwickelt. Sie
alle waren auf ihren Gebieten hochkarätige Spezialisten – und dennoch
fehlte etwas, dem sie nicht auf die Spur kamen, obwohl - oder
vielleicht auch weil es so nahe lag.
Obwohl das Muttervolk der Menschheit im Raum eines weit offenen
Bewusstseins lebte, fehlte jedem Einzelnen der Menschen tief im
Innersten etwas. Alle Versuche, es im Inneren zu erkennen und im
Äußeren zu bekommen, schlugen fehl. Je näher man dem geheimnisvollen
Etwas zu kommen schien, desto weiter schien es abzurücken. Denn in der
dritten Stufe hattet ihr erstmals ein eigenes Herz, das ihr sogleich
euren weiteren Forschungen opfertet und es kreuzigtet. Ihr habt das
Bewusstsein des Einen zu Staub werden lassen, um Körper zu erlangen.
Die maskuline Intelligenz und die feminine Intuition hatten sich in
Atlantis auf ein hohes Niveau entwickelt. Ihr hattet Macht über
verschiedenste Lebens- und Naturbereiche erlangt - doch noch nicht über
euch selbst. ETWAS fehlte noch.
Natürlich wurde mit der Zeit bekannt, dass dieses ETWAS die geistigen
Essenzen in den männlichen und weiblichen Körpern sein musste, die zum
Aufstieg – und dem Einzelnen vermeintlich zur Macht über alles -
verhelfen konnten.
Die Männer in ihrer Fähigkeit zu Verkörperung und Materialisierung
litten unter dem Mangel an eigener seelischer Wärme und an Zugang zum
fließendem Geist. Damit fanden sie in der Materie weder innere
Erfüllung noch Gelassenheit. Die Frauen erreichten in ihrer Fähigkeit
zu Inspiration und Heilung nicht den Boden. Sie konnten sich nicht in
der Materie verwurzeln und schwebten zwischen den Welten.
Die einen besaßen das Wissen um das äußere Phänomen, das WAS, und die
anderen lebten das innere Phänomen, besaßen das Wissen um das WIE. Nun,
in Abwesenheit des EINEN göttlichen Bewusstseins, der Herzkraft und der
Liebe, musste ein Weg gefunden werden, um die Verschmelzung der beiden
Pole vollziehen zu können. Da zwischen den beiden Geschlechtern zu
dieser Zeit eine innere Trennung herrschte, konnte dieser Weg nur der
des Kampfes um Macht und Vorherrschaft sein – der Weg der Unterdrückung
eines der beiden Geschlechter.
Die männlichen Priester glaubten, sich die Kraft der Frauen mit der
Sexualität einverleiben zu können, da sie herausgefunden hatten, dass
die weiblich-geistige Intuition, die übergeordnete weibliche Weisheit
in den Körpersäften der Frauen schwang. Dies war der Augenblick, da die
Sexualität zu einem Instrument der Macht, Gewalt und Unterdrückung
wurde, und schließlich zur Versklavung der Seelen.
Bis zu diesem Zeitpunkt war die Sexualität eine freie Umgangsform in
der Gesellschaft gewesen. Jeder konnte mit jedem zusammen sein. Im
Austausch der Gefühle, Leidenschaften und Säfte geschah der Austausch
der geistigen Essenzen. Männer und Frauen nährten einander, indem sie
ihre Sexualität miteinander lebten. Ebenso nährten Geist und Körper
einander, da sie in lebendigem Austausch waren. Je mehr Männer und
Frauen miteinander verschmelzen konnten, desto lebendiger und
vielschichtiger war der Austausch und die Vereinigung der Energien auf
allen Ebenen. Lange Zeit war die Weisheit der Männer mit der Intuition
der Frauen auf inneren und äußeren Ebenen verschmolzen und beide
Geschlechter sowie die einzelnen Individuen waren stark und kraftvoll.
Doch das stetig absteigende Bewusstsein legte Schleier des Vergessens
über die Herzen und trennte sie voneinander. In Abwesenheit der Liebe
des EINEN SEINS begannen die männlichen Priester nun, diese freie Form
der Sexualität für sich zu nutzen. Sie holten die Frauen zu sich, nicht
mehr, um sich mit ihnen zu vereinen, um sich auch ihnen zu öffnen und
hinzugeben, nicht mehr, um sie zu nähren, sondern um von ihnen das zu
erhalten, was sie meinten zu brauchen.
Die Priesterinnen und Frauen wurden, verzeiht diesen Vergleich, zu
einer Art von Milchkühen und die Sexualität zu einer Art Zuchtbetrieb,
der nun gewinnbringend ausgebaut wurde. Das Verständnis der Liebe war
bei den Männern eng an den Intellekt gebunden. Dies war ihr Schmerz,
denn die tiefe Empfindung von Verschmelzung und Heiligkeit des Aktes
war den weiblichen Körpern vorbehalten. Dieser Schmerz, diese
Unfähigkeit zu tiefem Fühlen war ihre Wunde - und wurde zu ihrer Waffe.
Die neue Zielorientierung trieb Blüten ungeheuren Ausmaßes.
Zu Beginn dieser Entwicklung ließen die Frauen die Männer gewähren,
weil ihre Liebesempfindung für sie groß war und sie glaubten, dass sich
diese Mode bei den Männern legen würde, wenn sie nur bekamen, was sie
wollten. Doch einerseits bekamen sie eben nicht, was sie wollten, denn
der frei fließende Geist kann nicht mit dem Lasso eines Kuhjungen
eingefangen werden, der selbst verschlossen ist und nichts gibt.
Andererseits haben diese einen Vorgeschmack auf Macht erhalten, der
ihnen gefiel. An diesem Punkt stand der Herrscher in ihnen auf.
Mit der Zeit musste es kommen, dass die Frauen sich ausgenutzt und
gequält, ja ob ihrer tiefen Empfindungen verachtet fühlten. Sie hatten
den Zeitpunkt sich zusammenzutun, um der Entwicklung Einhalt zu
gebieten, verpasst. Der Missbrauch ihrer Gefühle und ihrer
bedingungslosen Liebe trieb auch sie in eine weitere Verdichtung des
Bewusstseins. Wenn die Ethik und Moral des einen Pols in der
Gesellschaft absinkt, dann zieht auch der andere bald nach.
Die Frauen stiegen in den Kampf ein. Zunächst begannen sie sich zu
wehren und zu verschließen. Sie beschlossen ihrerseits, die Männer nun
nicht mehr zu nähren. Sie ließen es zu, dass ihre tiefe Empfindsamkeit
und Leidenschaft auf ein hohes Maß an Gefühlskälte herabsank. Die
Frauen kamen nicht mehr, wenn die Männer sie riefen, verweigerten ihnen
den Kontakt oder zumindest die innere Öffnung. Auf diese Weise
hungerten Männer und Frauen sich gegenseitig aus. Wer hungert, kämpft
um Nahrung und Macht.
Die Priester spürten die Gefahr, die dieser weibliche Rückzug für sie
bedeutete, also sannen sie lange Zeit nach einem Ausweg. Dieser war,
gemessen an den damaligen Gewohnheiten und Selbstverständlichkeiten
absurd und genial, einfach und grausam. Sie entwickelten ein neues
Regelwerk, eine neue Ethik und Moral zu Sexualität und
Gesellschaftsform: die Monogamie, die Einehe.
Das ging natürlich nicht von heute auf morgen. Ein solch fantastischer,
fremd anmutender und ungeheuerlicher Plan musste stufenweise eingeführt
werden. Hintergründige Vorgaben und Manipulationen wurden ebenso
angewendet wie erpresserische Verträge. Doch es gelang. Denn auch die
Frauen waren inzwischen so weit in ihrer Empfindsamkeit traumatisiert
und desorientiert, geradezu aus ihrer Herzkraft herausgefallen, dass
sie den Plan nicht durchschauten. Jedem Priester wurde schließlich eine
Priesterin zugeteilt, und nur sie konnten und durften miteinander
Säfte, Gefühle und Wissen teilen. Die Verschmelzung mit anderen war
untersagt.
Natürlich begann damit der Kampf um jene Partner, die die höchsten
Ränge, die größte Weisheit oder die gefragten Positionen innehatten.
Nun begann die Ära der Konkurrenz, des Intrigenspiels, der Eifersucht -
die letzte Stufe der inneren Verödung, die sich über viele Jahrtausende
ausdehnen und vervielfältigen sollte.
Die Frauen erlebten den Kampf um die Macht ebenso wie die Männer. Sie
gerieten in die gleichen Gefilde der Angst, der Habsucht und des Hasses
wie die Männer, die ihnen vorangingen. Die Frauen isolierten sich
voneinander. Das Frauenlager war viel eher in sich zerschlagen als das
der Männer, denn diese hielten als Machthaber über die Unterdrückten
immerhin noch dieses gemeinsame Zepter in der Hand.
Eine graue Wolke von Macht, Missbrauch und Ohnmacht verfinsterte euren
Atem. Verzweiflung und Tod, Einsamkeit und Versklavung der Seelen zog
über das Land und erstickte das Leben für ein Zeitalter.
In dieser Zeit haben sich die Herzen der Frauen verschlossen und waren
nicht mehr fähig, wahrhaftig zu empfangen und zu geben, denn dies ist
ein und dasselbe. Welche Verhaltensweisen und Symptome dies mit sich
brachte, betrachten wir in der folgenden Textsammlung.
So seid ihr über diese Station eurem Ende entgegen gegangen, für
welches ihr beschlossen habt, all eure Macht und Kraft solle zu Staub
zerfallen sein. Das Ende ist gekommen und ihr seid darüber
hinausgegangen. Denn es ist nicht das Ende von Allem. Ihr habt den
Tiefpunkt eurer Forschungen erreicht, den Punkt der vollkommenen
Ohnmacht. Dieser kann und wird nun in lebendige MACHT UND KRAFT
gewandelt.
Euer Kristall-Herz-Licht ist die entscheidende Kraft, die euer Leben in
die Wandlung führt, die eure ungeteilte feminin-maskulinen Essenzen
verschmilzt und aktiviert, die euch zum tiefen Wissen um euer altes
Sein und zu eurer neuen Göttlichkeit führt.
Die verschmolzene männlich-weibliche Herzkraft war nach unserer Neuen
Schöpfungsgeschichte 94.000 Jahre lang nicht auf der Erde. Vor 2000
Jahren, als der absteigende Sonnenlauf nach dem Widder-Zeitalter in den
aufsteigenden überging, ist diese Eine Liebe-Weisheit durch Jesus den
Christus wieder zur Erde gekommen. Seitdem liegt eure Lebensabsicht und
-aufgabe darin, diese Eine maskulin-feminine Kraft auf der Erde zu
verankern - durch eure Körper, durch euer Herz, gleichgültig, ob es in
einem männlichen oder weiblichen Körper pulsiert.