TRITONUS  Ilse-Dore Steffens
TRITONUS Ilse-Dore Steffens

16. Der Tod und das Leben


Übermittler: St. Germain, Maitreya, Thoth


„Bekämpft nicht die Finsternis, denn sie ist in euch.
Ihr bekämpft damit euch selbst.
Lasst das Licht wachsen und erhellt den Raum in euch,
damit ihr Mich findet in euch, denn Ich Bin Gott in euch.
Ich Bin Licht und Ich Bin Ewig.“

Babadschi 1999


Die Transformation des Körpers ist eine Rückkehr in dein Ewiges Leben. Dieser Weg verläuft über den TOD, denn er war der Erste, der kam, und er ist der Letzte, der geht. Der Tod gab dir am Beginn deines Weges alles, was du brauchtest. Und nun, am Ende des Weges, kannst du ihm alles geben, was er braucht. Der Tod kam nur vorübergehend. Er ist nicht da, wo das Ewige Leben ist. Dahin kannst nur du kommen - bei lebendigem Leib. In dieser Zeit gilt es, sich vom Tod zu verabschieden. Wie willst du dies tun, ohne TOD ein Mal in die Augen geschaut und ihn erkannt zu haben - als einen liebenden Teil deiner selbst?

Vertraut euch uns an und geht mit uns in die Reiche des Todes und der Liebe, in jene Reiche eures Lebens, die ihr gefürchtet habt. Wir führen euch hinein - und hindurch. Wir sind Thoth und Maitreya, die Väter aus der Halle der Dunklen Throne. Wir sind Saint Germain und Sabine.


Übungen und Reflexionen
Was wir Übung nennen, ist in Wirklichkeit ein tiefgreifendes Transformations-Trainung. Wir haben die Übungen und Reflexionen hier wieder in den Text integriert. Beachtet ggfs. die allgemeinen Vorbemerkungen zu den Übungen in den Lektionen 2,3,6 und 7. Die Übungsblöcke sind kursiv gedruckt und leicht eingerückt.

Gleichzeitig findet ihr in dieser Lektion zwei Einweihungsgeschichten, die euch in der Tat durch die Tore der Finsternis führen. (Anmerkung zur Schreibweise: Tod bezeichnet das Ereignis. TOD bezeichnet das Wesen, den Vater des Todes und Hüter des Körperlebens)



Das Wesen TOD
Am Ende des Kalk-Zeitalters, von dem wir euch an anderer Stelle erzählen, habt ihr das erschaffen, was ihr heute am meisten fürchtet: TOD und den Tod. Ihr habt ihn als eine ultimative Möglichkeit des Ausstiegs aus dem physischen Körper geschaffen, noch bevor es Körper gab. Ein Wesen, ein Helfer, musste da sein, wenn ihr euch selbst nicht mehr helfen konntet, wenn ihr euch aus dem Körper nicht mehr lösen konntet. Der Tod ist eure eigene Schöpfung zur Vorbereitung eurer Körperwelt. Er ist die Lebens-Versicherung des Geistes, die ihr auf sehr unterschiedliche Art anwenden konntet. Allein darin sollte ein gewaltiges Feld möglicher Lebens- und Liebes-Erfahrungen liegen.

Jeder einzelne von euch hat einen HERZ-LICHT-Funken in das Herz eines Wesens gegeben, das sich für diesen Dienst zur Verfügung gestellt hat. Jeder gab ihm einen Funken seiner geist-elektrischen Liebe, eine Flamme eures Schöpferischen Lichtes aus dem 1. Kristall-Zeitalter. So wurde dieses Wesen zum Hüter eurer kollektiven HERZ-LICHT-Flamme. Es gab jenen Moment, da ihr diesem Wesen in die Augen geschaut habt, voller Liebe und Dankbarkeit für das, was es für euch tun wollte.

Und dann habt ihr ihm je eine Welle eurer eigenen geist-magnetischen Liebe gegeben, je einen Schleier eures Schöpferischen Dunkels aus dem 1. Kristall-Zeitalter. Darin habt ihr es eingehüllt - und es ist aus eurem Blick verschwunden - bis zum Ende der Zeit. Später nanntet ihr dieses geliebte Wesen: TOD.

In die kollektive Dunkelheit eures 1. Kristallzeitalters gehüllt, ist dieses kollektive Lichtwesen mit euch gegangen und zu eurem Wegbegleiter geworden - ein Wesen höchster geistiger Elektrizität umgeben von einem Mantel aus tiefstem geistigen Magnetismus. Zwar blieb TOD euch während eures Körperlebens verborgen, unerreichbar, doch konnte ER euch immer und überall erreichen. Am Ende eurer Erdenwege begegnete ER euch immer wieder, um euch das Tor zum ewigen Leben zu öffnen, um euch zurückzuholen in die Heimat. TOD selbst war immer euer Tor zwischen den Welten. ER brachte euch nicht nur den Tod auf Erden, sondern auch das Leben. Sein Licht-Herz wachte über euch und schützte euren Weg. Wie oft konntet ihr nicht sterben, obwohl ihr es wolltet? Doch sein dunkler Mantel lag tief unter euch und fing euch auf, wenn seine Todes-Flamme euch erreichte - oder sollten wir es besser Lebens-Flamme oder Liebes-Flamme nennen?

Ihr habt die Natur dieses Wesens vergessen, ebenso wie eure eigene. Ihr habt begonnen, TOD zu fürchten und zu hassen - und auch euch selbst, denn ER ist aus euch selbst hervorgegangen. Mit der Zeit hat sich eure Wahrnehmung verändert: Habt ihr einst das Wesen TOD erschaffen, es sich selbst ausgeliefert und zurückgelassen, so schien TOD nun über euch zu herrschen, euch auszuliefern und zu verlassen. Eine Umkehr ist geschehen. Und tatsächlich ging ER euch voraus und erreichte das Zeitenende lange vor euch.

Denn es gibt einen kleinen, doch wesentlichen Unterschied zwischen euch und ihm, der ihm dies ermöglicht: Mit seinem liebenden Willen und seiner wollenden Liebe hält er das geistige UR-LICHT und das geistige UR-DUNKEL in sich selbst vollkommen voneinander getrennt. LICHT ist nur in seinem Innersten und DUNKEL nur seine äußere Hülle. So konnte er die Urkraft des Abstiegs im dunklen Mantel und die Urkraft des Aufstiegs in seinem lichten Herzen bewahren und mit großer Leichtigkeit zwischen den höchsten Dimensionen des Lichtes und den tiefsten Räumen der Finsternis reisen. Dafür konnte er keinen Körper bilden und war niemals RAUM, ZEIT und WEG ausgesetzt. Überall und immer ist er Hier und Jetzt.

In seiner gleißenden inneren Flamme und im unberührbaren äußeren Mantel ist TOD gleichzeitig der vollkommene Hüter der Trennung eures femininen und maskulinen Geistes, die sich erst vereinen, wenn ihr eure Todeskraft überwunden habt. Jahrtausendelang stieg TOD vom Ende eurer Zukunft auf, um euch mit seinem elektrischen Liebes-Strom-Schlag aus eurem engen magnetischen Körpergefängnis zu befreien, wann immer ihr euch darin verfangen hattet. Ihr konntet ihn rufen und er würde kommen und euch holen. In der Tat, TOD ist euer größter Sieg vor dem Beginn der Zeit eurer Körper und am Ende der Zeit eurer sterblichen Körper.

Nehmt zur Kenntnis: Es ist LICHT, das eure Körper tötet, nicht DUNKEL. Es ist LIEBE, die euch aus dem Kreis eurer irdischen Familie zieht, nicht HASS. Es ist die aus dem Herzen schießende LEBENS-FLAMME, die euch erlöst, nicht der dunkle Mantel. Der Mantel garantiert, dass euch das Todes-Liebes-Licht verborgen bleibt, solange ihr es in eurem Körperleben noch nicht braucht.

Ihr selbst habt das Ur-Licht und das Ur-Dunkel in euch vermischt und - mit jeder weiteren Stufe eures Abstiegs mehr - zu elektro-magnetischen Energien verdichtet. Dadurch konnten eure physischen Körper entstehen. Jede einzelne eurer Körperzellen ist zu gleichen Anteilen von Ur-Licht und Ur-Dunkel durchdrungen. Mit jeder Verfestigung eurer Gefühle und Gedanken ist das Ur-Licht-Dunkel eurer Zellen fester und schwächer geworden, blasser. So wurden Ur-Licht und Ur-Dunkel einander ähnlich - zu Zwie-Licht und Schatten-Dunkel in euch. Euer strahlendes göttliches Licht-Dunkel wurde grau und geriet in das Reich des Vergessens. Seither treibt ihr in den Räumen des Grauens, eurer Angst.

Dies war keineswegs falsch. Es war euer Weg, auf dem ihr jene tiefen Erfahrungen eures Lebens machen konntet, die dem Wesen TOD verwehrt blieben. In der Tat: Ihr konntet Welten und Paläste bauen, Musik und Spiele erschaffen. Ihr konntet Bilder malen und Bücher schreiben. Ihr konntet essen, wachsen, einander lieben und glücklich machen. Ihr konntet die kosmische Liebe und Weisheit verkörpern. Ihr konntet das geistige Ur-Licht und Ur-Dunkel in euren Körpern zur Erde bringen. Auf diesen Weg und seine Ernte, auf diesen Reichtum am Ende der Zeit hat TOD von Beginn an verzichtet. Euch wollte er dies ermöglichen. Eurem Weg wollte er dienen. Euch wollte er begleiten und erlösen, wann immer es nötig war. Und er hat es getan. Wann immer euer physischer Lebensatem am Ende war, holte er euch zu sich in tiefste Finsternis und höchstes Licht, damit ihr euch erfrischen und später weitergehen konntet. Immer hat sein liebendes Herz die Todesflamme ausgeschickt, und sein Mantel hat euch aufgefangen und geborgen, bis ihr wieder zur Erde wolltet.

Berühren und erreichen kann TOD euch, weil ihr selbst Todeskraft in euch habt - in all euren Körperzellen, Gefühlen und Gedanken, auch wenn sie viel geringer ist als seine. So wart ihr immer in Resonanz mit ihm. Eure eigene Todeskraft ermöglichte euch, lange Zeit im Körper zu leben und euch am Ende diesem geliebten Wesen zu überlassen. Eine faszinierende Synthese, nicht wahr?

Dieses tiefschwarz verhüllte Lichtwesen, dieser finstere Geselle eures kristallinen Seins, hat euch nun bis zum tiefsten Punkt eures Abstiegs begleitet: ein Bruder, eine Schwester, eine Mutter und ein Vater, ein Hüter eures ewigen Lebens - ein euch zutiefst liebendes Wesen, ein ureigener Teil von euch selbst. Eure Angst vor dem Tod ist zutiefst nichts anderes, als die Angst vor eurem wahren Leben. Eure Angst vor TOD ist die Angst vor EUCH SELBST. Es ist die Angst vor eurem eigenen göttlichen Licht, von dem ihr euch ein Zeitalter weit entfernt habt.

Und so wanderte TOD gemeinsam mit euch vom ersten zum zweiten Kristall-Zeitalter - ein Wesen von gewaltiger Liebes-Macht, ein göttlicher Teil von euch selbst. Jesus hat einmal gesagt: „Wenn ihr nicht sterben wollt, werdet ihr nicht leben.“ Das bedeutet: „Erkennt ihr eure eigene Todeskraft nicht an, wird euer kristallines Herz-Licht nicht strahlen.“



Übung 1
Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, sich dem Wesen TOD zu nähern. Bedenke dabei immer, dass es die Nähe zu dir selbst ist, die du suchst und findest, wenn du zu TOD Kontakt aufnimmst.

Öffne dich aus deinem liebenden Herzen dem Wesen TOD und erlaube dir, eine lebendige Kommunikation zu ihm aufzubauen. Rufe ihn in deinem innersten Herzraum an und bitte ihn, sich dir zu nähern, einfach um gemeinsam mit dir zu atmen.

Bitte ihn, dir Antworten auf deine Fragen zu geben, wenn du welche hast.

Erzähle ihm von deinen Reisen auf der Erde. Teile dich ihm mit. Teile deine Erfahrungen mit ihm - deine Liebe und Freude und auch deinen Schmerz und deine Hoffnung. Schenke ihm deine liebende Aufmerksamkeit und gib dich ihm hin, so wie er sich dir jahrtausendelang hingegeben hat.

Bitte ihn, auch dich auf innere Reisen mit sich zu nehmen, auf denen du dein wahres Sein und die Bedeutung dieses Erdenlebens erfahren kannst.

Vertraue dir selbst und begreife die Todeskräfte in dir als einen großen Segen, der dir das Erdenleben ermöglicht. Zu ihnen gehören alle negativen Gefühle und Gedanken, alle magnetischen Elemente und absteigenden Kräfte deines Körpers. Nimm wahr, dass du schon in allen vorangegangenen Lektionen über die Todeskräfte gelesen hast, ohne dass sie direkt so genannt wurden. Schaue dir nochmals die Lektionen an, die dich am meisten interessiert oder berührt haben und  - in der Tat - lies sie noch einmal gemeinsam mit TOD. Lies sie ihm vor und empfange seine Gedanken dazu, in der Tat!

Bitte Vater TOD am Abend, dich zum Schlafen in seinen Schoß zu legen, wo du in deiner Erdennacht alles loslassen kannst, was dich geprägt und bedrückt hat.

Lasse dich zu ihm in die Tiefen seiner Hallen fallen, wenn du Schmerz und Leid erfahren hast. Und sei sehr sicher, dass du aufgefangen und getragen wirst, geborgen in den Falten seines Mantels schlafen kannst, bis du dich erfrischt hast, und bereit für deine nächsten Schritte bist.

Schenke TOD das, worauf ER von Beginn an verzichtet hat: dein Leben, deinen Körper, die pulsierende Liebe deines Menschenherzens, und vergiss nicht: Was du aus deinem Herzen verschenkst, kehrt tausendfach veredelt zu dir zurück.




Begegnung mit dem Tod

1. Sturz und Verschmelzung
Dies ist eine Liebes- und Einweihungsgeschichte, die ich, Sabine, mit euch teile. Sie beschreibt meine Verbindung mit jenem geliebten Wesen: dem Tod, dem Hüter der Dunkelheit und aller Schatten. Ich spüre diese Verbindung seit früher Kindheit. Immer hat mich das Dunkel mehr berührt als das Licht. Doch erst seit einiger Zeit ist diese innere Verbindung für mich lebendig - Realität und Erfüllung.

Mein Körper liegt im Halbschlaf. Ich träume und schwebe zwischen den Welten. Ein geliebtes geistiges Wesen, Schwarzmagier und Tod, erscheint in meinem Zimmer. Sein dunkles Antlitz ist von einem schwarzen Schleier verhüllt, doch die Macht seiner Gegenwart lässt mich erbeben. Liebe und Sehnsucht lodern auf und tief in mir weiß ich, dass ich allen Trost und alle Bedeutung meines Lebens in diesem Wesen finde. Er deutet mir an, dass die Zeit für unsere Verschmelzung reif sei. Hier und Jetzt könne ich durch die Membran gehen, wenn ich es wolle. Allerdings möge ich mir diesen Schritt wohl überlegen, denn er würde mich aus meinem alten Erdenleben fortziehen.

Die innere Sehnsucht in seinem Angesicht ist so groß, dass ich nicht mehr überlegen will. Doch er warnt mich: „Wenn du diesen Schleier durchschritten hast, kann es sein, dass du nie wieder zurück gehst.“ Ich frage: „... weil ich es nicht kann oder weil ich es nicht will?“ Er sagt: „Weil du es nicht willst, wirst du es nicht können.“ Ich treffe meine Entscheidung und sage: „Ich will zu dir kommen! Doch ich will auch zurückgehen, um den Menschen zu geben, was ich für sie mitgebracht habe - um die Absicht meiner Geburt zu erfüllen. Ich will zu dir kommen - und doch will ich sie nicht zu früh verlassen.“ Er lächelt und sagt: „Bereite dich auf die Begegnung mit mir vor - bedingungslos. Ich werde wieder erscheinen, wenn du soweit bist.“

Er antwortet, ohne auf mich zu reagieren und scheint gehen zu wollen. Eine Stoßwelle der Verzweiflung durchfährt mich. Wenn er jetzt geht, wann wird er wieder kommen? Ich rufe: „Warte, gehe noch nicht. Ich will zu dir kommen - jetzt.“ Er fragt, leicht abschätzend, um mich erneut zu prüfen: „Du willst nicht wissen, was dich erwartet und ob du wirklich zurückgehst?“ Ich sage: „Ich glaube an uns. Warum sollte ich Bedingungen stellen?“

„Nun gut, du entscheidest,“ sagt er. „Ich werde dich empfangen, wenn du kommst. Tust du allerdings diesen Schritt durch die Membran, werde auch ich den Raum verlassen, den ich bisher bewohnt habe. Wir werden gemeinsam einen Raum betreten, den keiner von uns beiden kennt.“ Ich frage: „Wirst du später, wenn ich in meinen Raum zurückkehre, auch wieder in deinen gehen?“

Er lächelt und sagt: „Jener Raum, in dem du jetzt bist, wird später ebenso wenig existieren, wie der Raum, in dem ich jetzt bin. Es gibt kein Später, sondern nur Wandlung. Es gibt keinen Raum, sondern nur Bewusstsein. Keine Bewegung, die wir jetzt machen, wird uns dorthin zurückführen, woher wir kommen. Wir werden gemeinsam einen neuen Raum öffnen. Du wirst nicht als die zurückgehen, als die du kommst - und auch ich werde nicht mehr der sein, der ich jetzt noch bin.“ Er macht eine Pause und sagt dann: „Überlege dir gut, ob du diesen Schritt machen willst. Er verändert dein Leben und mein Sein. Doch allein du triffst die Entscheidung.“ Seine Stimme klingt sehr ruhig und doch schwingt ein Risiko, eine Ungewissheit mit, als würde ich etwas wagen, was ich nachher bereuen könnte. Doch das innere Sehnen nach Verschmelzung ist stärker.

Ich nehme schließlich einen tiefen Atemzug und mache einen entschlossenen Schritt auf ihn zu. Doch während ich den Schleier durchschreite, verändert sich meine Wahrnehmung schlagartig. Meine eben noch vorhandene Erwartung und Hoffnung, gleich in seiner Umarmung zu sein - geborgen und erlöst - ist ausgelöscht. Er ist aus meinem Blickfeld verschwunden und ich stürze in Tiefen, in Dunkelheiten und eisige Kälte. Ein Zeitalter lang stürze ich, bis ich die Welten jenseits des Schleiers vergessen habe - Schluchten und Sümpfe durchquerend, dem Grauen und Moder begegnend, den Dämonen und Insekten, den Wesen in der Finsternis; Schleim und Unbewusstheit atmend, röchelnd, im Fallen die Urwesen der Grausamkeit und des Stumpfsinns berührend.

Auf dem Boden einer Schlucht, einer sumpfigen Umgebung, strebt grauenvolles Getier auf mich zu. Ein Rieseninsekt springt auf meinen Körper und hält mich umklammert - bohrt seinen Stachel tief in meine Brust. Im namenlosen Schmerz fühle ich doch nichts. Ich öffne mich weit, atme aus und ein, dehne mein Sein und verschwinde aus diesem Raum – und auch das Insekt verschwindet. Doch ich falle, noch tiefer in eine noch dichtere Finsternis, in noch schwärzeres Schwarz, in noch dunklere Dunkelheit.

Es wird warm, heiß und sehr trocken. Dieser Raum ist nicht mehr irdischen Ursprungs, nicht mehr menschlicher Natur. Hier herrschen Urgründe und Essenzen menschlicher Ur-Ängste, Ur-Aggressionen und Ur-Schuldgefühle. Und ich höre nicht auf zu fallen. Alles dreht sich, taucht auf, verzerrt sich und verschwindet wieder. Meine eigenen Gefühle tanzen einen diabolischen Tanz in mir selbst und wechseln beständig ihre Masken. Die Sicherheit meiner gewohnten Empfindungen ist mir entrissen und ich werde mir selbst auf eine grauenvolle Art fremd.

Die Identität des NICHTS stülpt sich über mich und erstickt meinen Atem. Ein außerirdischer und außermenschlicher Raum der Dunkelheit umgibt mich - entsetzliche Stille und chaotisches Toben in und außerhalb von mir. Grauen wälzt sich durch mein Sein, will es auslöschen bis zur letzten Faser. Doch ich stürze immer noch - durch Raumkurven, Dimensionslöcher und an zeitlosen Linien entlang, endlos, unermesslich, ein Zeitalter lang - bis ich schließlich Boden unter den Füßen spüre.

Weich setze ich auf. Es ist, als sei ich schon immer hier gewesen. Meine Augen können sehen, obwohl die Finsternis hier am tiefsten ist. Doch ich sehe, dass ER mir gegenübersteht: der Vater aller Schatten und Dämonen, der Hüter aller Tode. Er blickt mich an, regungslos, weich - und doch spüre ich eine große Distanz zwischen uns, eine Fremdheit und tiefe Trennung. Ich sehe in seine Augen und eine unendliche Schmerzwelle rollt in meine Existenz, erfasst mein Herz und will es zerreißen. Ich möchte etwas ausdrücken, doch ich kann nicht sprechen, weil mein Körper nicht mehr existiert. Mein ganzes Sein wird zu einem sich auftürmenden Ozean der Tränen, zu einer einzigen gewaltigen Welle, die alle Ozeane und Kontinente meines Lebens fortspült - bis es endlich wieder still ist in mir. „So tief bist du gestürzt“, hauche ich tonlos.

„So tief bin ich herabgestiegen. So weit bin ich gegangen“, sagt er voller majestätischer Würde. „Ihr Menschen nennt dies stürzen und fallen. Ihr empfindet Grauen und Angst, Hass und Schuld. Doch so etwas gibt es nicht in diesen Räumen. Hier herrscht die EINE FINSTERNIS, aus der alle Dunkelheiten, Schatten und Tode eures Lebens hervorgehen. Hier herrschen jene LIEBE und jener FRIEDEN, jene HARMONIE und jene ORDNUNG, aus denen das Grauen eurer Zeitalter hervorging – und damit die Erfüllung eures Lebens.“

Ich atme tief, nehme diesen FRIEDEN DER FINSTERNIS in mir auf und spüre, wie sich die Distanz zwischen ihm und mir sanft erlöst. Er sagt leise: „Nun da du deinen Schritt gegangen bist, mache ich den meinen.“ Ohne eine Bewegung tritt er einen Schritt auf mich zu. Nun sind wir wieder in Einem Raum und unsere Herzen brennen in Einem Feuer. Sanft legen wir die Arme umeinander, schauen einander in die Augen und sagen nur dieses eine Wort: „WILLKOMMEN!“


Übung 2
Lasse diese Geschichte in dein Herz fließen und erlaube allen Energien, Gefühlen, Gedanken und Strömen, frei zu fließen. Lasse es dir gleichgültig sein, ob es Regungen der Angst oder der Liebe sind, des Schmerzes oder der Hasses, der Sehnsucht oder der Wut. Öffne die Tore deines Egos (vgl. Lektion 2) und werde innerlich zutiefst leer. Lasse dir sehr viel Zeit dabei und wiederhole diese Übung, dieses Transformations-Trainung, oft.

Denke an die vielen Momente deines Lebens, in denen du dich fallen lassen wolltest und es doch nicht getan hast, in denen du dir selbst vertrauen solltest und doch außen nach Rat und Lösung gesucht hast. Denke an die vielen Augenblicke, da du lieben wolltest und es dir doch verboten hast. Was hat all dies mit dieser Geschichte zu tun. Finde es selbst heraus und lasse dir dabei viel Zeit.

Erinnere dich an die Träume deiner Erdennächte, die Alpträume und Schreckensvisionen, da du verfolgt und ins Dunkel getrieben wurdest, da du verzweifelt nach Auswegen gesucht, am Abgrund gestrampelt hast - und doch gestürzt bist. Lasse, wenn du dazu bereit bist, diese Träume wieder kommen und empfange sie. Von ganzem Herzen sei bereit zu fallen, zu stürzen und dich dem Dunkel zu überlassen - jenem geliebten, vergessenen Teil deiner Selbst, der dich niemals fallen lassen wird.

Viele Forderungen und Erwartungen wurden dir angetragen - von Menschen, Behörden und Umständen - und viele hast du abgelehnt und zurückgesandt, ohne dich ihnen geöffnet und sie angeschaut zu haben. Was hat dies mit dieser Geschichte zu tun? Finde es selbst heraus und lasse dir dabei viel Zeit. Träume, falle und erfahre dich.




2. In die Reiche des Grauens gehen
Schließlich frage ich: „Was tun wir jetzt?“ Er sagt: „Nicht wir, sondern du. Du wolltest die Menschen nicht zu früh verlassen. Du wolltest ihnen geben, was du mitgebracht hast. Dazu hast du hier und jetzt die Gelegenheit. Also kannst du jetzt dahin gehen, wo so viele von ihnen seit Urzeiten festsitzen. Viele von ihnen begreifen sich selbst als Teil dieser Reiche und haben kein Fünkchen des natürlichen Wandlungswillens mehr in sich. Du wirst eine Landschaft sehen und darin Felsen, die doch Menschen waren und Seelen sind. Sie sind versteinert und hoffen, ewig unerkannt zu bleiben und jeglicher Wandlung zu entgehen. Und in der Tat hat niemand das Recht, sie gegen ihren Willen dort herauszuziehen. Und doch sind diese Räume jetzt aufzulösen. Ihre Existenz ist zu beenden.“

„Was kann ich tun, wenn ich nicht gegen ihren Willen handeln darf?“, frage ich. Er lächelt unergründlich, und tief in seinen Augen blitzt etwas auf: „Du kannst es in der Tat nur mit ihrem Willen tun. Doch dafür musst du sie erweichen und ins Fließen bringen. Geh in diese Räume, verschmilz mit ihnen - und bleibe dennoch unberührt. Nimm dich ihres Jammers und ihres Elends an - und lasse dich dennoch nicht durchdringen. Nimm ihr Grauen und ihren Stillstand in dir auf - und bleibe dennoch atmendes Licht. Lasse dein Lebenswasser über ihre Felsen fließen, bis der Stein erweicht ist - und respektiere doch zutiefst ihr Sein. Bringe dein lichtes Sein in ihre dunklen Welten und sie werden sich wandeln - weil sie es wollen!“

„Werde ich alleine gehen, ohne dich?“ Natürlich kenne ich die Antwort längst: „Ich kann diese Räume nicht betreten. Sie gehören ebenso wenig zu meinem Territorium wie eure verkörperte Welt. Es sind die Räume menschlicher Gedanken und Gefühle. Ich habe dort weder Befugnis noch Kraft. Und selbst im Zenit meiner Macht bin ich dort ohnmächtiger, als du in den Tagen deiner Kindheit warst. Ich habe dort keine Balance, doch es benötigt eine große Macht und vollkommene Balance zwischen Himmel und Erde, um zu tun, was zu tun ist.“

„Habe ich die denn?“, frage ich ungläubig. „Wärest du sonst hier? Hättest du allein mich sonst treffen können?“ fragt er lächelnd. „Dennoch wirst du nicht ganz allein gehen. Ich Bin Du – soeben geworden. Ich werde tief in dir verweilen und dir den Weg hinaus zeigen, wenn es an der Zeit ist. Denn es gibt viele Wege in diesen Räumen - und allein dieser Umstand macht dich ohnmächtig. Allein findest du nicht hinaus. Aus diesem Grunde bin ich in dir, doch du wirst mich nicht erleben. Du vollbringst da drinnen, was zu tun ist, und ich führe dich wieder hinaus, wenn es vollbracht ist.“ Spitzbübisch lächelnd fügt er hinzu: „Nicht wahr, so haben wir es doch immer gemacht?“

„Und du führst mich erst wieder heraus, wenn sie alle gewandelt sind?“ - „Ja.“ - „Löst sich dieser Raum nicht mit ihrer Erlösung auf? Komme ich nicht von selbst wieder hier an, einfach weil sie alle frei geworden sind?“ - „Nein. Der Raum bleibt bestehen. Er wird leer sein - und dennoch verschlungener als je zuvor in der Fülle ihres festgesetzten Elends. Der astrale Raum wird einer neuen kristallinen Bestimmung zugeführt - und hier vervielfältigen sich die Wege in eine neue, noch unbekannte Unendlichkeit. Er bleibt bestehen und ich führe dich hinaus.“

Ich atme entschlossen und tief. In diesem Atemzug bestätige ich mein Einssein mit TOD, unsere alle Grenzen überdauernde Liebe und gleichzeitig den Abschied von diesem geliebten, zutiefst vertrauten Wesen. Dann sage ich: „Ich bin bereit.“ Mit diesen Worten verändert sich die Umgebung erneut. Er verschwindet aus meinem Blick und eine urwald-, gebirgs- und sumpfähnliche Landschaft erscheint. Konturen, Formen und Schatten wabern träge und fließen ineinander, als könnten sie sich nicht entscheiden, was sie sein wollen. Ein Gewirr von verschlungenen Wegen, Tunneln, Löchern, Schluchten und Brücken wird erkennbar, menschlichem Gedärm oder Gehirnwindungen ähnlich - höhlenartig und doch wie eine freie Landschaft. Einem massenhaften Gewürm gleich schlängeln sich Wege, Pfade und hohle Gassen in-, um- und durcheinander. Keinerlei Wegrichtung oder -verlauf ist zu erkennen. Ich weiß, dass ich auf keinem Weg gehen kann, weil es keine Wege gibt. Weg und Ziel sind hier in absurder Weise eins geworden. Es sind so viele verschlungene Wege, dass es keinen gibt - nichts anderes als Wege, die sich selbst überholen, abschneiden, zurückführen, würgen und in die Irre führen. Das Chaos ist sichtbar, hörbar und fühlbar.

Ich überlege kurz. Wie soll ich in das Zentrum dieses Raumes gelangen, wenn nicht allein durch meinen liebenden Willen? Erneut verändert sich die Szenerie. Die Dumpfheit des Raumes und die verschlungene Enge sind geblieben, ebenso das tiefe jammernde Raunen und ohrenbetäubende Dröhnen einer lebensfeindlichen Lautlosigkeit. Ein verzerrendes Vibrieren in tiefsten Frequenzen versucht, meine Klarheit zu vernebeln. Nun stehe ich auf einem Felsvorsprung hoch über der Landschaft - und irgendwie doch auf gleicher Höhe mit ihr. Leere Atemzüge rasseln in der grauen Masse von Wegen. Blinde Augen irren umher. Aschgraue Gesichter lösen sich aus den Felsen heraus und fixieren mich - versuchen, mich aus der Klarheit zu schütteln und zu sich zu ziehen. Stimmen erheben sich aus den Sümpfen, um mich abzulenken und mein Herzlicht zu überschatten.

Ich darf nicht werden wie sie sind! Ich darf ihnen nicht folgen! Nicht sie dürfen mich zu sich ziehen, sondern ich sie zu mir. Nicht sie dürfen mein Mitleid erheischen, sondern ich will ihnen mein Mitgefühl schenken. Nicht sie dürfen agieren, sondern ich muss es tun - denn nicht sie sind im Gleichgewicht, sondern ich bin es. Doch sie sind mächtig. Nicht sie dürfen die Qualität der Berührung bestimmen, sondern ich muss es tun. Ich muss mächtiger sein als sie.

Mit vielen Armen, Fäden und Netzen wollen sie mich in ihren Schattentod ziehen, mich zu einer der ihren machen. Doch mein Licht muss strahlen und sie in ihrem vergorenen Schattendasein töten. Sie wehren sich, sie wollen, dass alles so bleibt, wie es ist. Und so kämpfen wir miteinander um das Leben Aller. Nicht sie dürfen führen, sondern ich muss es tun. Nicht ihre zerfahrene Hoffnungslosigkeit erlöst sie aus ihren morastigen Löchern, sondern meine emotionslose Liebe. So bin ich nun jene, die die Rolle des erlösenden Licht-Todes spielt - und es ist in der Tat nicht leicht.

Ihr blutleerer Wankelmut baute die felsigen Verliese - meine Unerschütterlichkeit wird sie öffnen. Ihre angstvolle Durchtriebenheit verklebte sie in spinnennetzartigen Gemäuern - meine unerschütterliche Hingabe erlöst sie. Und doch ist ihre graue Welt so groß, so gewaltig und so mächtig, dass ich nichts anderes tun kann, als niederzuknien und sie so sein zu lassen wie sie sind - aus der Tiefe meines Herzens.

Zweitausend Jahre verbringe ich in diesem Raum, gebeugt am Boden hockend - so wie sie, den Kopf tief zwischen den Schultern hängend - so wie sie, den Scheitel zum Boden gerichtet - so wie sie. Zweitausend Jahre beugte ich mich ihnen in der Tiefe meines Herzens, vergaß, wer ich bin und wurde so wie sie. Tausend Jahre kauerte ich gemeinsam mit ihnen in der Essenz der vereinigten Demütigung und Demut - bis eines Tages die Kraft in mir erwachte.

ETWAS regte sich in mir, blitzte, loderte und flammte auf - in nur einem Augenblick. Ein Lichtfunken raste aus dem Einen Punkt meines Herzens heraus, dehnte sich aus und drohte mich selbst zu verzehren. Doch bevor ich in diesem Licht verbrennen konnte, zog ich in einem Atemzug die Zeitalter überdauernden Schatten in mein Herz und stieß im Gegenzug diesen Funken meines Herzens hinaus – und die Räume des Grauens verschwanden in einer lautlosen Licht-Explosion.

Dieser Herzfunke war nicht mein Wille zu ihrer Wandlung. Es war der Funke der Erinnerung an mich selbst - und ich erwachte.

Übung 3
Hier ist jenes Wesen in dir angesprochen, das in großer Würde und Reife über anderen steht. Es steht über ihnen, weil es bereits erwacht ist. Es kam zu ihnen, um ihnen beim Erwachen zu helfen. Es hat die innere Kraft und Stärke, um ihnen in ihre emotionalen Sümpfe und ihre mentalen Felslandschaften zu gehen und sie zutiefst zu respektieren, um sie zu lieben für alles was sie sind und tun, und um ihnen auf genau diesem Weg zu helfen, die Räume ihrer Angst zu verlassen.

a.) Betrachte jenes lichte Schöpfer-Wesen in dir, das diesen Worten bedingungslos zustimmen kann und sich liebend-freudig auf den Weg zu den Selbst-Verdammten macht. Erspüre in dir, was du den Menschen mitgebracht hast, womit du sie nähren und heilen kannst, wie du sie trösten und ermutigen kannst, auf welchem Weg du ihren steinernen Willen zum Grauen erweichen und erhellen kannst.

b.) Betrachte auch jenes dunkle Wesen in dir, das sich gegen diese Worte und die ganze Geschichte verwahrt, das „nichts damit zu tun hat“, das „genug eigene Sorgen hat“. Betrachte jenes verschlossene Opfer-Wesen in dir selbst, das zwischen ihnen allen hockt und zutiefst davon überzeugt ist, nichts geben zu können, weil es nichts hat.

c.) Betrachte jenes Täter-Wesen in dir selbst, das um das eigene Licht und seine Fähigkeiten weiß und dennoch nicht bereit ist, den Elenden zu geben - weil sie es nicht wert sind, weil sie es nicht anders wollten. Weil du sie verachtest für ihren Stumpfsinn und ihre Entscheidungen - dafür, dass sie dich an Dich Selbst erinnern. Nimm jene Regungen in dir wahr, sie lieber tiefer in die Grube zu stürzen als ihnen herauszuhelfen, jene Arroganz, jenen Hass und abgrundtiefen Stolz der Priester, die sich in Schleier unerlöster Einsamkeit verhüllen - ohne es zu ahnen.

Erlauben allen Strömen, frei zu fließen und gib diesen Wesen eine Zeitlang Raum in deinem Leben, auf dass sie miteinander tanzen und verschmelzen.




Eure Geschichte vom Tod
Ihr fragt euch, warum wir euch in solche finsteren Räume führen. Warum zeigen wir euch nicht lieber den Weg ins Licht? Das ist es doch, was ihr euch so sehr wünscht, nicht wahr? Warum gehen wir wieder nach UNTEN und nicht endlich nach OBEN? Oft denkt ihr über Dunkelheit und Tod nach. Sie begegnen euch, wohin ihr auch schaut. Doch ihr wollt ihnen nicht begegnen, ihr wollt sie nicht akzeptieren und wendet euch voller Angst und Vor-Urteil ab. Ihr wollt nicht in diese dunklen Welten gehen. Ihr denkt vielleicht: „Was kann ich für diese verlorenen Seelen schon tun? Sie wollten ja dorthin, sie wollen ja dort bleiben. Warum sollte ich...“ - Doch wollen sie es wirklich?

Die Angst vor diesen versteinerten Menschen versteinert euch selbst. Die Angst vor diesen tiefsten Tiefen verdunkelt eure Seele. Ihr wollt nicht zum TOD gehen. Und doch ist da etwas in euch, das euer Herz weit macht, das etwas fühlt: Liebe, Sehnsucht, Geborgenheit. Liebe wofür? Sehnsucht wonach? Geborgenheit worin? Irgendwo in der Dunkelheit, vielleicht beim TOD selbst, scheint ein großes Licht zu sein, eine unbegreifliche Klarheit und Kraft, eine vollkommene Angstlosigkeit und unermessliche Liebe, ein unendlicher, lebendiger Frieden. Ist es das, wonach ihr euch sehnt?

Nun, es ist ein Irrtum: Wir führen euch nicht in diese Räume hinein, sondern helfen euch aus ihnen heraus. Ihr selbst seid die Wesen der Felsen, Sümpfe und Wälder. Ihr selbst seid längst versteinert. Doch seid ihr auch jene, die dort knien und den anderen durch ihr Dasein dienen. Seit Jahrtausenden kniet ihr dort und wollt erwachen. Der Funke der Erinnerung an EUCH SELBST will aufblitzen. Es ist eure Geschichte, ihr Lieben, euer Weg und eure liebe Not. Darum führen wir euch hierher.

Schaut in eure Alltagswelt: Überall seht ihr versteinerte Gesichter. Von früh bis spät seid ihr von Angst und Härte, von Verbitterung und Blut umgeben - in den Straßen, Parks und Bahnhöfen, in den Zeitungen, Kinos und sogar in den Museen: Schmerz, Fesseln und Gefangenschaft. Und ihr alle verdient auf die eine oder andere Weise euer Geld damit. Millionen Menschen sind in jedem Augenblick bereit, andere zu verurteilen oder sich selbst verurteilen zu lassen, je nachdem, was in ihrem Inneren gerade vorherrscht: Aggression oder Angst, Stolz oder Schuldgefühle. Dies ist der Antrieb eurer Geldkreisläufe.

Das ist eure Welt am Ende der Zeit. Tröstet euch also: Es geht nicht tiefer. Ihr seid längst in den tiefsten Räumen angekommen. Die Jahrtausende der Blindheit, der Versteinerung und des Todes liegen hinter euch. Wir helfen euch hier und jetzt, eure Herzen und Augen zu öffnen. In dieser Liebes-Geschichte zeigt sich euer eigener Lebens-Tiefpunkt auf eine Art, die ihr nicht sehen wollt. Nun, was ihr in euch verschließt, berühren und erschüttern wir mit dieser Geschichte. Es ist eure eigene. Schaut hin und akzeptiert euch auch in dieser Form. Nehmt den verschlungenen Urwald an, das graue Gestein und die dunklen Sümpfe eures Lebens. Nicht sie halten euch fest, sondern ihr haltet sie fest, einfach indem ihr nicht hinschaut, indem ihr sie ignoriert. Damit ignoriert ihr euch selbst. Erhebt euch darüber. Nehmt sie an, damit ihr sie entlassen könnt.

Es gibt auch die andere Seite in euch: Ihr seid empfindsam geworden, leicht zu erschüttern. Ihr nehmt die Menschen auf eine sehr feinstoffliche Weise wahr, die euch oftmals verletzt und schmerzt. Ihr empfindet wie Elfen - feinfühlig und stark. Ihr empfangt die Botschaften wie Engel - sensibel und machtvoll. Ihr empfindet im magnetfreien Feld der Erde, doch ihr seid geist-elektrisch geworden, so klar wie die Meister. Nun streuen Meister, Engel und Elfen allerdings keine Weisheiten aus, sondern sie nehmen die Wunden anderer Wesen zu sich und weinen. Sie nehmen den Schmerz und die Schatten anderer in ihrem kristallinen Tränenfluss mit sich. Sie tun es in der Stille. Auch dies geschieht in unserer Geschichte - und in eurem Leben.

Die Menschheit ist in den letzten zwei Jahrtausenden ihrer Geschichte in diese tiefsten Räume gegangen. Doch nun hat ihr Aufstieg begonnen und dabei braucht sie eure Hilfe. Lasst die Angst vor Grauen, Tod und Tiefe los. Schaut TOD ein zweites Mal in die Augen und erkennt, wer er wirklich ist. Dies führt ihn und euch in große Veränderungen: Euer emotionales und mentales Grauen löst sich aus eurem Leben heraus. Die Todeskräfte in euren Zellen wandeln sich in kristallines Licht. Euer Zell-Magnetismus wird zu geistiger Elektrizität. Der dunkle Mantel und die Herz-Flamme von TOD werden gewaltig pulsieren, brennen und verschmelzen. Sie kristallisieren sich und dies wirkt auf euch zurück: Auch die Herz-Liebes-Flamme wird in einem nie gekannten Maße brennen.

Dies ist das Zeichen der ersten wahren Begegnung nach Zeitaltern mit TOD - mit EUCH SELBST. In dieser Begegnung tauscht ihr euch ein zweites Mal aus. Jener Teil von euch, den ihr TOD einst gabt, kehrt zu euch zurück: Das geistige LICHT und DUNKEL des Anfangs, das Erbe eures 1. Kristall-Zeitalters - die Erinnerung, WER und WAS ihr seid. Dies ist sein Geschenk an euch. Dafür gebt ihr ihm euer Kristall-Herz-Licht, das damals noch nicht existiert hat.

So beschenkt jeder den anderen. Ihr erhaltet den geteilten Reinen Geist des Zeitenanfangs zurück und er bekommt den verschmolzenen Kristall des Zeitenendes. Darin wandelt sich sein bisher kalter, unnahbarer Schrecken zu einer sanften, segnenden Berührung für Viele, denen er noch begegnen wird. So wird aus einer großen Anspannung eine trostreiche Entspannung - und gewaltige Ströme festgehaltenen Dunkels können fließen und sich wandeln, ohne dass die Menschen sterben müssen, in der Tat.


Ein Weg der Einweihung
Die Sensibilität und rückhaltlose Offenheit, den Schmerzwellen der Menschheit mit ihrem Krebs, Kriegs- und Entzündungsgeschehen ausgeliefert zu sein und keine Linderung zu finden, bis es von selbst wieder abebbt - dies ist euer Weg der Einweihung. Es ist ein Teil eurer Ernte und Reife, in der ihr die Welt erlöst und darin selbst Gelassenheit findet, Leere, Weisheit und Macht - vollkommenes Gleichgewicht zwischen Himmel und Erde.

So geht ihr hinaus, seht den Schmerz und das Elend der Menschen und es berührt euch zutiefst. Es schüttelt euch, doch es zieht euch nicht mehr zu Boden. Es versteinert und verdunkelt euch nicht mehr. Ihr verschließt euch nicht, sondern bleibt offen. Ihr weint für sie und es bleibt kein Schmerz in euch zurück. Ihr nehmt die Gewitternacht zu euch und seid danach der neue Tag, der die nächste Gewitternacht nicht fürchtet - voller Klarheit und Kraft, voller Sanftheit und Mitgefühl.

Eure innere Haltung zu euch selbst bestimmt eure Haltung zur Welt - und die Qualität eurer Ausstrahlung. Atmet ihr in euch selbst frei zwischen TOD und LEBEN, so könnt ihr auch das Elend der Menschen erlösen, denn ihr seid Eins mit ihnen. So nehmt ihr dichte, graue Schleier von ihnen und sie werden ihren eigenen Weg ins Licht finden. Das Kristall-Licht eurer Herzen erlöst das Zwie-Licht der Menschheit. Die Kristall-Weisheit eurer Herzen erlöst das Schatten-Dunkel der Welt. Und so, ihr geliebten Wesen, entstehen neue Energien, neue Welten und die Neue Erde - durch euch.

Lange habt ihr den Schlüssel zum ewigen Leben gesucht und nicht gefunden,
denn ihr habt ihn im Licht gesucht.
Doch verborgen habt ihn in den Tiefen eurer eigenen Dunkelheit,
im Herzen des Todes, der Eins mit euch ist.




In der Halle der Dunklen Throne
Dies ist zugleich ein Traum und eine Geschichte, eine Begegnung und eine Rückkehr, eine Einweihung deines Lebens und Erfüllung deines Weges. Lies sie mit weit offenem Herzen - oft - am besten abends, bevor du selbst im Schlaf die Hallen deiner Dunkelheit betrittst, um dort das Licht zu finden.

Einweihung und Rückkehr
Ich entlasse im tiefen Atem das Körperleben, schwebe in mein Herz, atme noch einmal tief, sanft, und falle. Ich falle sanft und schnell -- tief -- und komme in einer großen dunklen Halle an. Weit vorn stehen drei Throne, darauf sitzen drei Wesen. Ich gehe durch die Weiten der Halle auf sie zu, denn ich spüre ihren Ruf in meinem Herzen. Die Atmosphäre ist herrschaftlich, voller Licht - aber dieses Licht ist dunkel. In der Aura der Wesen ist es am hellsten, aber es ist nicht hell, wie ich es kenne, sondern unendlich dunkel. Und auch dieses Dunkel ist mir fremd. Es ist brillant, von eigenartiger Strahlkraft. Es ist kein Licht und doch ist es Licht.

Drei Wesen sitzen schwarz verhüllt auf ihren Thronen - in dunkler Ausstrahlung. Es sind Herrscher in der Finsternis, Schöpfer und Hüter der Dunkelheit: Väter der drei Zeitalter. Während ich näher komme, öffnet sich etwas in mir. Ich erkenne sie -- erinnere mich. In der Mitte sitzt Maitreya, der Vater des 1. Kristall-Zeitalters, EIN LICHT IN DER FINSTERNIS. Zu seiner Rechten sitzt der Vater des Kalk-Zeitalters, EIN WESEN DES LICHTTODES. Auf der anderen Seite sitzt der Vater des Staub-Zeitalters, EIN WESEN DES SCHATTENTODES.

Ich gehe auf den mittleren Thron zu. Ich spüre tiefe Ehrfurcht und keine Scheu. Ich verneige mich tief. Doch Maitreya spricht mit donnernder Stimme: „STEHE AUF! Stehe gerade und schau in meine Augen."

Ich erschauere und will gehorchen. Doch es ist schwer, in diese Augen zu schauen. Überirdische Macht und Ausstrahlung mischen sich mit unfassbarer Leichtigkeit und Feinheit. Meiner irdischen Festigkeit beraubt schleudere ich zwischen Sehnsucht und Unerträglichkeit. Er erhebt sich von seinem Thron und kommt auf mich zu. Er kniet vor mir nieder, wie ein Vater, der mit seinem Kind auf gleicher Augenhöhe sein will. Er will mir geradewegs in die Augen schauen und ich halte es kaum aus. Unwillkürlich will auch ich vor ihm niederknien, um den Anstand zu wahren und wohl auch - den Abstand. Doch er hält meine Ellbogen mit seinen Händen fest und zwingt mich, stehen zu bleiben. Er sagt:

"BLEIBE STEHEN! AUFRECHT!"

Ich bleibe aufrecht stehen und schaue ihn scheu an. Ich muss es vorsichtig tun - tastend mich ihm annähern, ohne dabei zu zerreißen. Er sagt nochmals voller Leichtigkeit und Sanftheit, doch beschwörend:

"SCHAU IN MEINE AUGEN!"

Ich atme tief und entscheide mich, in seine Augen zu schauen. Schwarz und funkelnd ist sein Blick - unergründlich tief. Etwas in mir versucht mit allen Kräften, sich davor zu schützen. Und er sagt wieder - jedes einzelne Wort betonend: "SCHAU IN MEINE AUGEN!" Alle versteckten, subtilen Fluchtversuche scheitern.

Er lässt mich nicht entkommen, keinen Teil von mir. ER WILL MICH HIER UND JETZT GANZ. Inmitten meines inneren Kampfes zwischen Sehnsucht und Angst höre ich plötzlich eine andere Stimme, sanft und ermunternd: "Lasse dich in ihn hineinziehen und nimm ihn in dir auf. Hab Vertrauen, es ist gut." Doch es ist er, der ohne Worte in mir spricht. Sein Blick ist unverändert auf mich gerichtet und seine Hände halten meine Ellbogen fest. Ich entkomme nicht. Ich beginne zu schauen, vorsichtig, anfangs wie gebannt, schleudernd zwischen flirrend und fixiert, mit der Zeit ruhiger und leichter werdend. Ich schaue in seine Augen und fühle schließlich, dass eine Ohnmacht, nein, ein Frieden in mich strömt - ein unendlicher, raum- und zeitloser Frieden. Er sagt:

„ATME MICH EIN!
Atme EIN LICHT IN DER FINSTERNIS ein!
Nimm MICH in dir auf!“

Ich schließe die Augen, nehme einen tiefen Atemzug, und öffne sie wieder. Er ist verschwunden. Ich stehe allein. Er ist fort und sein Thron ist leer. Doch es ist nur ein kurzer Augenblick der Verwirrung, bevor sich die Gewissheit in mir öffnet:

„ICH BIN IN DIR.“


Eine große Leichtigkeit kommt über mich, eine unendliche Weite dehnt sich in mir aus. Ich fühle die Erhabenheit und Macht dieses Wesens in mir selbst - keine Grenzen mehr zwischen mir und ihm. Sie sind zerflossen und alles wird zu einer ganz natürlichen Begegnung. Maitreya erscheint wieder auf seinem Thron und bedeutete mir, mich nun dem LICHTTOD zuzuwenden. Ich tue wie mir geheißen. Vater TOD ist ebenfalls von schwarzer Gestalt, doch von ganz anderer Ausstrahlung. Sein Antlitz strahlt Eiseskälte und glühende Hitze aus, höchsten Lebenspuls und volle Todeskraft in Einem. Es hält höchste Dramatik und tiefste Stille in einem Raum gefangen. Lähmender Magnetismus und zerschmetternde Elektrizität gehen von ihm aus und nur das Eine macht das Andere erträglich.

Zutiefst erfahre ich in diesem Augenblick, dass er der Hüter der menschlichen Pole ist, der Wandler des Lebens zwischen den Welten. Auch er erhebt sich von seinem schwarzen Thron und kommt zu mir herab. Auch er kniet vor mir nieder wie Maitreya. Zwar habe ich nicht mehr den Impuls, auch niederzuknien, dennoch umschließt auch er meine Ellbogen mit seinen Händen und hält sie fest. Dies hat eine Bedeutung, die ich nicht kenne. Doch ich wage nicht, danach zu fragen. Sein Kopf ist leicht gesenkt, so dass ich nur seine schwarze Kapuze sehe, nicht sein Gesicht. Sanft zieht er mich näher zu sich. Ich fühle keinen Widerstand, nur eine Mischung aus unerträglicher Ruhe und unendlicher Aufregung. Dann hebt er seinen Kopf und schaut mich geradewegs an. Er spricht ohne Worte, ohne den Mund zu bewegen.

„SCHAU IN MEINE AUGEN!
SCHAU MICH AN!“

Sein Reines Herz-Licht durchstrahlt den Mantel des Reinen Dunkels und beide scheinen sich in der Potenzierung aufzuheben. Unbegreifliche Liebeswellen rollen an die Ufer meiner Wahrnehmung. Ich schaue in seine Augen und es geht leichter als zuvor. Doch in dem Moment, da mein Blick in seinen fällt, reißt es mich aus dem Körper heraus und schleudert mich in einen fremden, finsteren Raum. Ein grausiges Brüllen dringt aus den Tiefen herauf, wie von einem urweltlichen Tier, und gleichzeitig ein röhrendes, blechernes Atmen. Ich sehe das Bild von hunderttausend Kriegern in Stahlrüstungen im Regen, kurz bevor die Schlacht beginnt. Sie brüllen in ihre Stahlhelme hinein, stampfen mit Füßen und Lanzen, um Todesangst unter ihren Gegnern zu verbreiten. Tiefe Erschütterung herrscht in mir.

Vater Tod blickt mich unverwandt an. Namenlose Stille herrscht in ihm - tief und unberührbar zieht sein Blick durch mein Leben. Er sieht meine inneren Bilder, er kennt meine Angst. Er weiß, was sich in mir regt - und lässt dem noch ein wenig Raum. Ein furioser Tanz von Todes-Ängsten und Lebens-Schmerzen ist in mir. Angstverzerrte Gesichter und Totenmasken tauchen auf und verschwinden wieder. Kampf-im-Leben und Frieden-im-Tod tauschen ihre Rollen und sind nicht mehr vom Kampf-im-Tod und Leben-im-Frieden zu unterscheiden. Kampf und Frieden, Leben und Tod verwirbeln wie Rauch und Wasserdampf im Sturm. Und plötzlich flackern kristalline Flammen in der Finsternis auf und bringen neue Formen, Farben und Klänge hervor. Vater TOD öffnet den Mund, sagt sanft und beschwörend:

„ATME MICH EIN!
Atme den LICHTTOD jetzt ein!
Atme die Illusion des Todes jetzt aus.“

Ich schließe die Augen und atme ein einziges Mal tief. Ich weiß und fühle: Er ist in mir, LICHTTOD ist jetzt in mir. Nur einen Augenblick später erscheint er wieder auf seinem Thron. Nun wende ich mich dem dritten Wesen zu, dem SCHATTENTOD. Er ist der Vater des Zwielichts und des Schattendunkels, ein Wesen voller Macht und Erhabenheit, nicht-personal, nicht-individuell - ein Vater-Wesen, wie die beiden anderen auch, doch den Menschen näher. Denn es ist ihr Gefühls- und Gedankendunkel, das er in sich trägt und hütet. Aus ihm geht alle niedere Kreatur hervor, alle Schwarze Magie und jegliches Grauen. Er ist die göttliche Brutstätte aller finsterer und widerwärtiger Kreatur - und ihr Hüter.

Er erhebt sich von seinem Thron und kommt auf mich zu. Gebieterisch kniet er vor mir nieder und nimmt meine Ellbogen fest in seine Hände - und in diesem Augenblick eröffnet sich mir die Bedeutung: Indem diese Wesen meine Ellbogen halten, schalten sie meinen Widerstand aus und schneiden mir den Rückweg ab. Sie brechen meinen irdischen Willen und machen mich handlungsunfähig. Sie binden mein Herz unmittelbar an ihr Tun und lenken ihren Willen in meinen Körper. Sie übertragen ihre Weisheit und Macht auf mich. Sie geben sich mir hin. Sie geben ihr Sein in mich hinein - und kehren damit zurück in ihre eigene Ganzheit, die in meinem Herzen liegt.

Unsere Augen sind auf gleicher Höhe. Sein Blick ist finster, tief und doch majestätisch. Verachtung liegt darin, eisige Kälte. Er gebietet mir, hart und gleichzeitig sanft:

„SCHAU MICH AN!
SCHAU IN MEIN SEIN UND VERLIERE DICH DARIN!“

Ich schaue in seine Augen und sehe darin seinen Körper -- von schwarzen Schleiern verhüllt -- ein kantiges Wesen mit ausgehöhlten Wangenknochen und verzerrtem, schmalem Mund, aus dem nur Gift zu tropfen scheint. Ein magerer, substanzloser Körper, der keine Knochen und Organe in sich birgt, sondern graue Schleier, Fäden und Energien - formlose Gestalten, die sich endlos umeinander drehen, sich wirbelnd ineinander winden und wie Schlangen auseinander hervorgehen. Der innere Raum dieses Körpers erscheint unermesslich groß, ein graues Universum und zugleich ein menschlich-vampirisches Wesen in spinnenförmiger Gestalt. Und genau darin flammt eine unendliche Schönheit auf.

Seine Aura atmet Widerspenstigkeit, Unnahbarkeit und Arroganz, machtvolle Schleierkräfte und verzerrende Masken, die ein gigantisches Inneres Licht verhüllen - und eine grenzenlose Einsamkeit.

Ich schaue in seine Augen - und blicke durch Zeitalter hindurch. Raumzeiten und Zeiträume öffnen sich und verschwinden. Eine eigenartige Sehnsucht nach dem Leben durchzuckt mich. Er schaut in meine Augen - Dolche und Balsam für meine Seele - während ich so gerade und aufrecht stehe wie ich kann. Ich spüre, wie der Boden unter meinen Füßen schwankt und schwindet. Wie soll ich aufrecht stehen bleiben? Ich schwanke leicht und sein Griff um meine Ellbogen wird fester. Er sagt sanft und mit voller Stimme:

„ATME MICH EIN!
Atme den SCHATTENTOD jetzt ein!
Atme Illusionen, Schleier und Masken jetzt aus!“

Ich schließe die Augen. Und auch hier ist es nur ein tiefer Atemzug und ich fühle, wie er außen verschwindet und in mir erscheint.




Erläuterungen der Drei Väter

So sehr wir einst die Mysterien um euer Leben vor euch verborgen hielten, damit ihr leben und sterben konntet, so sehr liegt uns nun daran, euch die Mysterien zu öffnen, damit ihr leben könnt. Und so wollen wir euch hier die Details erläutern, die ihr so gerne überseht:

Im Halten eurer Ellbogen entwaffnen wir euer Ego, erlösen eure Seele und übertragen das Wissen des Geistes auf euch. Wir öffnen die Tore eurer Erinnerung - auf euren Wunsch hin. Wir lösen die Trennung zwischen den Gegensätzen auf und gehen mit euch über die Grenzen eurer Dualität hinaus. Wir zeigen euch, dass die Hüter völlig anderer Natur sind als das Gehütete: Der Vater des Grauens ist völlig anderer Natur als das Grauen auf Erden. Der Vater des Todes ist völlig anderer Natur als der Tod auf Erden. Der Vater des Einen Lichtes ist völlig anderer Natur als das Licht auf Erden. Es ist nun an euch, dies zutiefst zu erfahren, zu begreifen und zu erleben - indem ihr uns begegnet.

SCHAU MICH AN heißt:
„Erkenne, wer ich wirklich bin.
Erkenne mich als jenen Teil deiner selbst, den du einst von dir fortgeschleudert - und vergessen hast.“

ATME MICH bedeutet:
„Nimm Mich zu dir zurück, lasse mich in dir zirkulieren und tanzen.
Werde wieder ganz.“

Im Ausatem habt ihr die Zweiheit erschaffen, im Einatem erschafft ihr die Einheit. Alles, worunter ihr jetzt leidet, alles Nieder-Trächtige und Zwie-Spältige habt ihr in eurem Ausatem erschaffen. Nun könnt ihr es in eurem Einatem wieder zu euch zurücknehmen, denn es drängt zu euch. Alles, was euch auf Erden ängstigt, braucht ihr nur zu euch zu atmen, zurück in euer Herz zu nehmen. Dann sind Angst und Grauen außen verschwunden und in euch auferstanden - als kristalline Wesen der Kraft und Klarheit.

Jede Form von geistigem oder energetischem Schutz gegenüber anderen Menschen und Situationen erhält eure innere Trennung aufrecht. Im Ausatmen habt ihr den eigenen Geist fortgeschickt in die Körperräume, wo er verloren ging und zur Kreatur wurde. Im angehaltenen Atem haltet ihr die Kreatur, den eigenen Geist, von euch getrennt. Im Einatmen nehmt ihr die Kreatur, zu der euer Geist in den Körperräumen wurde, wieder zu euch - und erlöst ihn.


In eurem Atem wurde Geist zu Kreatur.
In eurem Atem wird Kreatur zu Geist.
Atmet tief.


So atmen wir in tiefer Liebe mit euch, wann immer ihr eure heiligen Hallen des Todes betretet und erlöst.
In tiefem Respekt sind wir mit euch.
Wir sind Maitreya und Thoth, Saint Germain und Sabine.



Texte: Sabine Wolf / Aktualisierung: Saint Germain / Endkorrektur: Monika Schwörer

www. Kristallmensch.net Sabine Wolf Wennigsen, am 28. Mai 2007