Raum für die Söhne
Anton: Du sagtest etwas zum Thema des verstorbenen Vaters.
Sabine: Lebt Dein Vater noch?
Anton: Ein Glück, ja.
Sabine: Wieso ist das ein Glück, dass er lebt? Das ist Pech! Wenn die Väter gehen wird der Platz für die Söhne auf der Erde frei. Wenn die Mütter gehen, wird der Platz für die Töchter auf der Erde frei. Das ist also kein Glück, dass er noch lebt.
Nun, das war einer unserer schwarzen Scherze, sorry. Tatsächlich hat dieses Prinzip in der alten Zeit geherrscht, da einer nur in seine Macht kommen konnte, wenn der andere gegangen war - eine Frage der seelischen BIndungen im Aurafeld. Doch selbst nach dem Tod des entsprechenden Elternteils haben die meisten Söhne und Töchter keinen Gebrauch von ihrer "Thronfolge" gemacht - oder sich so sehr in die Rolle des Verstorbenen hineinbegeben, dass sie glatt als Partnerersatz für die Mutter oder den Vater fungierten. Nun, darüber sprechen wir vielleicht noch.
Immerhin muss heute niemand mehr über "die Leichen der Eltern" gehen, um selbst Eltern im vollen Umfang zu sein.
* *
Es geht um das Thema Männliche Sexualität
Sexualität ist nicht etwa eine Frage der Erwachsenen, sondern eine Frage der Kindheit. Die Sexualität fängt in der frühesten Kindheit an. Lange bevor ihr sprechen könnt, habt ihr euren Pillermann untersucht und herausgefunden, wie er steif wird. Im darauffolgenden Jahrsiebt beginnt ihr mit den Doktorspielchen, um herauszufinden, wie das bei eurer Nachbarin funktioniert.
Wenn ihr in dieser Zeit geblockt, gestoppt oder verurteilt werdet, weil eure Eltern selbst in einem sexuellen Drama, in einer sexuellen Verhärtung aufgewachsen sind - und das war in den letzten Jahrtausenden natürlich der Fall - dann ist eure eigene Kindheit bereits mit der ersten Erfahrung eurer selbst geblockt.
Sexualität ist nichts anderes als die Selbsterfahrung des göttlichen Geistes im physischen Körper - bei den Männern im Bereich der Sexualität und bei den Frauen im Bereich des Träumens, das noch über das Gehirn, über die Epiphyse geht.
Wir könnten darüber sprechen, was es in eurer Kindheit damit auf sich hatte, wie ihr in eure sexuellen Selbsterkenntnisse gekommen seid. Eine andere Möglichkeit ist, noch ein bisschen über eure Väter zu sprechen.
Väter und Söhne
Es gibt eine ganz klare geistige Reihenfolge: Großvater, Vater, Sohn, Enkel. Dann gibt es eine scheinbar sehr harte Matrix, die sagt, dass der Sohn erst dann voll aufblühen kann, wenn der Vater gestorben ist.
Schon seit Jahrtausenden ist es so, dass die Söhne immer den Beruf des Vaters erlernen mussten. Die Söhne hatten zwar völlig andere Vorstellungen darüber, was sie machen wollten, aber sie mussten in die Fußstapfen ihrer Väter treten. Das war bis zuletzt so. Heute hört es langsam auf so zu sein.
Es war nicht nur so, dass der Beruf des Vaters in den Sohn eingepflanzt werden musste, sondern auch die eigene unerlöste Kindheit hat der Vater auf den Sohn übertragen.
Das haben wir bei Joachim erlebt vor einigen Wochen. Da hatte ich das große Vergnügen, Joachims Vater aus seinem Leib heraus zu ziehen, nachdem dieser fünfzig Jahre lang in Joachim gehangen hat. Das war heftig. Sein Vater war gestorben - in einer sehr dramatischen Situation - als Joachim drei Jahre alt war. Er ist mit 29 Jahren an einem Gehirnschlag gestorben. Das ist keine Krankheit, sondern ein sauber fingierter Selbstmord, der aufgrund der Situation, in der sich der Mann damals befand, unausweichlich war.
Was hat der völlig verzweifelte Vater getan, der so nicht mehr weiter leben, aber eigentlich auch nicht sterben wollte? Er ist mit dem Tod aus seinem Körper heraus und komplett auf Joachim übergesprungen. Und einige Jahrzehnte später starb der Vater von Joachims frisch angetrauter Ehefrau - und auch er ist auf Joachim übergesprungen.
So hat Joachim einige Jahre lang mit diversen Männern in sich gelebt und hat zutiefst auf diese Art und Weise seine eigene Treue zu sich selbst nicht finden können, weil er durch die Treue des Vaters und durch die Treue des Schwiegervaters an die Familie gebunden war.
Das ist ein Vertrag den ihr miteinander gemacht habt. Lange bevor ihr geboren wurdet, habt ihr mit diesen Jungs ausgemacht: Wenn es soweit ist, nehme ich euch in mir auf.
Besetzungen
Das ist nichts Außergewöhnliches. Exorzismus, Teufelsaustreibung - das haben wir in allen Jahrtausenden gemacht. Es gab immer wieder Zeitalter, da wir den Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben, und statt den einen rauszuholen noch drei andere rein geschlagen haben. Heute machen wir das etwas sensibler.
Es ist also überhaupt nichts Außergewöhnliches, mit Verwandtschaft besetzt zu sein. Das ist eine der Erbschaften, die wir auf uns genommen haben. Das ist einer der seelischen Liebesdienste, die sowohl demjenigen dienen, der im Trauma seines Todes hängen bleibt und nicht geht als auch für den, der besetzt wird. Jeder hat etwas davon, der Wirt und der Bewirtete.
Es gibt verschiedene Formen von Besetzungen: die astralen Besetzungen, die dämonischen Besetzungen, die Jahrestags-Besetzungen.
Es gibt die planetarischen Besetzungen und es gibt die reptoiden Besetzungen. Die reptoiden und planetarischen Besetzungen sind uralt und sehr heftig. Die astralen Besetzungen sind übergesprungene Seelenanteile im Moment des Todes.
Menschen, die erlöst sterben, lassen nichts zurück. Leute, die im Schock sterben, hinterlassen auch nichts - sie haben in dieser plötzlichen Situation nicht mehr die Möglichkeit dazu. Andere wiederum, die sich das Leben nehmen oder sich lange Zeit auf dem Sterbebett quälen, haben noch genügend Zeit, im Moment des Todes die Perspektive ihres eigenen Lebens so weit zu verlängern, dass sie sich auf ihren Sohn übertragen.
Oder wie in dem geschilderten Fall quälen sie sich so sehr mit dem Leben, mit dem Bleibenmüssen und der Verantwortung, die sie für ihre junge Familie haben, dass sie sich mal eben schnell ein tödliches Syndrom kreieren, das innerhalb einer Nacht wirkt. Das ist eine ganz normale Geschichte, das ist eine Form von Übernahme einer Erbschaft von eurem Vater auf euch.
Und jetzt ist die Zeit, da diese Besetzungen heraus kommen und ins Licht gehen können - und wo auch die Möglichkeiten, die sie euch als Hilfeleistung geboten haben, abgelaufen sind.
Seit 2001 seid ihr durch - mit eurem Studium, mit eurer Konstituierung, mit all diesen Aspekten, die ihr brauchtet, um die Menschheit bis in die Tiefen zu begreifen und in euch aufzunehmen - und dazu gehörten eure Väter und Mütter. Dazu gehörten auch abgetriebene Kinder, abgetriebene Geschwisterchen: Diese Seelen sind dann nämlich bereits da und wollen leben, selbst wenn die Eltern das nicht wollen.
Das klingt alles ziemlich gruselig. Und wenn ihr diese Wesen sehen könnt, sieht das auch ziemlich gruselig aus.
Die Figuren in diesen ganzen Horror-Sciencefiction-Geschichten, diese Orks und Urukhais im "Herrn der Ringe" zum Beispiel - das sind alles Wesen, die auch in den astralen Räumen gehaust haben. Die astralen Räume werden mit der Zeit immer weniger und immer dünner. Diese Wesen gehen jetzt langsam dort raus, weil ihre Zeit vorbei ist.
Aber all diese Zombie-Figuren und -Gestalten sind entlehnt aus diesen Besetzungsformen, die einfach nur sehr verzerrte Bilder der menschlichen Gestalt sind. Sie sind deshalb verzerrte Bilder von menschlicher Gestalt, weil sie immer aus einem Drama heraus entstanden sind.
Eine Besetzung entsteht nie aus einer Freude oder einer Glückseligkeit heraus, sondern sie entsteht nur aus dem Drama heraus, sich zwischen zwei Dingen entscheiden zu müssen und dann das Unweigerliche abzulehnen.
Dann gehen sie aus ihrer Lebensenergie heraus und besetzen einen anderen. Damit blockieren sie dessen Lebensenergien, doch sie bekommen dort nicht das, was sie brauchen. Und damit verelenden beide - der Besetzte und der Besetzer. Aber genau diese Form der Verelendung hat auch eine lange Zeit den Dienst der Verwurzelung an euch getan, bis zu dem Zeitpunkt, an dem es erfüllt war.
Die Erbschaften - Dämonen und Besetzungen
Erbschaften sind so genannte Erbkrankheiten, die aus Sicht der Schulmedizin angeblich genetisch bedingt sind. Gene sind leere Gefäße - die haben überhaupt nichts damit zu tun. Das sind Besetzungen, das sind Ähnlichkeiten. Es gibt die Jahrestags-Syndrome - das sind Besetzungen, die einmal im Jahr aktiv werden und das ganze Jahr über passiv bleiben.
Der Begriff Jahrestags-Syndrom ist auch in der Psychologie bekannt. Wann immer sich ein Unglückstag jährt, stürzt ihr - wenn aus diesem Unglückstag etwas auf euch übergegangen ist - von alleine in dieses Drama. Dann geht ihr aus der aufsteigenden Spirale heraus und das Jahrestags-Syndrom zieht euch zurück zum Beispiel auf den Januar 1982. Jahrelang stürzt ihr immer wieder zurück auf den Januar 1982, weil in diesem Jahr irgendetwas passiert ist, was eurem Leben einen so starken Stoß versetzt hat, dass ihr euch nicht davon erholen wollt. Das ist dramatisch.
Beim Trinker-Syndrom - der Begriff "Quartals-Säufer" stammt daher - kommt die astrale Besetzung meistens aus der Großvater-Ebene. Der Alkohol war über ganze Zeitalter der Trost am Abend, nachdem sie den ganzen Tag über in der Sonne, im Gestank, auf dem trockenen Feld geschuftet haben. Am Abend war die Belohnung dann oft der Alkohol.
Dieses Syndrom - oder diese Besetzung - funktioniert so, dass es ein Vierteljahr lang passiv ist. Dann hat der Besetzte kein Problem damit. Doch nach diesem Vierteljahr steigt der Dämon auf, reckt sich und sagt: Durst! Und dann trinkt dieser Mensch innerhalb einer Woche soviel, wie er sonst innerhalb eines halben Jahres ganz normal getrunken hätte.
Der trinkt sich schier besinnungslos, um diesen Dämon zu nähren, um sich selbst in einen Zustand des Friedens zu bringen, weil er diesen Dämon in sich spürt und ihn nicht anders loswerden kann, als durch besinnungsloses Ersäufen. Dann ist der Dämon satt und schläft. Und nach einem Vierteljahr kommt er wieder hoch.
Das ist ein Syndrom, das über viele Generationen von Großvater zu Enkel, zu Enkel, zu Enkel, an die Männer weitergegeben wird, hauptsächlich an die Männer.
Auch das ist eine absteigende Situation. Das klingt witzig, aber es ist in der Tat hoch dramatisch. Daran sind ganze Familien zugrunde gegangen.
Mit dieser Dämonologie verhält es sich folgendermaßen: Grundsätzlich sind alle Energien, alle Gelüste, alle Süchte und alle Aspekte und Kräfte, die ihr in euch kennt (von Zuhause, von den Eltern, von den Großeltern) - alle diese Kräfte, die nicht zutiefst eurer göttlichen Energie, eurem göttlichen Fluss entspringen, dämonische Besetzungen. Auch jede Müdigkeit, die euch überzieht, wann immer ihr eine Entscheidung treffen sollt.
Flucht aus dem Drama
Es gibt bestimmte Besetzungen, die liegen wie ein Tuch über euch. Und
wann immer ihr die Entscheidung treffen wollt, es euch jetzt einfach
mal gut gehen zu lassen, wird dieses Tuch plötzlich lebendig und aktiv,
es drückt euch runter und lässt euch ohne jede Perspektive. Jede
Perspektive, die euch in euch Freude und neue Horizonte eröffnen
könnte, wird auf diese Art heruntergedrückt. Das sind depressive
Besetzungsformen, die ihr aus euren Familien übernommen habt.
Es gibt die depressive und die aggressive Flucht aus dem Drama.
Die depressive Flucht aus dem Drama ist Gewalt sich selbst gegenüber:
krank werden, depressiv werden, selbst sterben - statt andere sterben
zu lassen, selbst sterben; statt andere krank werden zu lassen, selbst
krank werden; statt anderen Gewalt anzutun, sich selbst Gewalt antun.
Das ist die depressive Flucht aus dem Drama. Und die aggressive Flucht
ist Gewalt anderen gegenüber.
Das
ist der einzige Unterschied zwischen Aggression und Depression. Daraus
sind Zeitalter lange Besetzungen geworden, die ihr bis zum heutigen Tag
von Vater zu Sohn, von Mutter zu Tochter weitergegeben habt.
* * *
Dieses orthogonale Kreuz im Gehirn erschafft Raum (Oben und Unten)
und Zeit (Links und Rechts). Ihr bekommt auf der intellektuellen Ebene
ein Gefühl von Raum und Zeit, ein Bewusstsein von Raum und Zeit - und
ebenso auf der emotionalen Ebene. In dem Augenblick, wo ihr diese Sache
um 45° Grad dreht, katapultiert ihr euch aus eurer Raum–Zeit heraus in
einen Nebenlebensraum.
Ein Nebenlebensraum ist wie die
Wartebank auf dem Fußballplatz. Dahin gehen alle die Kräfte, die vom
Spielfeld gescheucht werden und erst später wieder zugelassen sind: die
Schmerzen, die Erfahrungen, die Depression, die Dämonen, die
Krankheiten, die eigenen Seelenanteile, die ihr in der nächsten Zeit
nicht mehr braucht.
Im Gegensatz zum Fußballfeld, das größer ist
als die Wartebank, ist es bei euch am Ende der Zeit so, dass das
Fußballfeld sehr klein ist und die Wartebank riesig groß. Das größte
Getummel findet am Ende der Zeit in euren Nebenlebensräumen statt.
Das
sind eure Götter, eure alten Weisen, das sind eure Dämonen, eure Tode.
Das sind all die zurückgelassenen Erinnerungen - sowohl aus dem Licht
als auch aus dem Dunkel.
So betrachtet ist die Besetzung etwas durchaus Gesellschaftsfähiges.
Das Chaos in die Drehung bringen
Anton: Wo wir jetzt gerade aufräumen im Rahmen des Seminars, räumen wir mit unseren Dämonen und Besetzungen auch auf?
Sabine:
Wir räumen nicht auf. Wir bringen das Chaos, das bereits existiert in
eine größere Schwingung. Dieses erstarrte Chaos bringen wir in eine
Drehung - und zwar in eine zentrifugale, nach außen schleudernd, und in
eine zentripetale, nach innen schleudernd. Und daher müssen wir nicht
mehr aufräumen.
Stell dir mal vor, du müsstest auf diesem
Riesenschlachtfeld von Göttern und Dämonen, das alleine zu dir gehört,
herausfinden, wer wer ist und wissen, wo du wen hin tust. Das kannst du
vergessen.
Die nach außen drehende zentrifugale Kraft ist euer
Ausatem in eurer Herzkristallkugel, und die nach innen drehende Kraft
ist die zentripetale, euer Einatem. Und damit seid ihr am Ende dazu
"verdammt", unterschiedslos alle Götter und Dämonen zu euch zu nehmen.
Ihr könnt nicht mehr unterscheiden, das ist chancenlos.
Wir
räumen nicht auf, wir drehen auf, wir schwingen hoch und bringen damit
alle Kräfte des Dunkels und des Lichtes in eine gemeinschaftliche neue
Form, in eine Kristallisierung. Wenn du jetzt aufräumen müsstest,
hättest bis 2012 noch nicht einmal vorsortiert.
In jeder
Dunkelheit und in jedem dunklen Wesen ist ein lichter Kern. Und in
diesem Schleudervorgang der dunklen Energie wird der lichte Kern frei
und überstrahlt die dunkle Hülle. Das, was vorher als Leben zehrende
Energie in dir war, ist jetzt als Leben gebende und Leben
unterstützende Kraft in dir.
Alles, was ihr auf euren dunklen
Ebenen erlöst, schleudert ihr nicht weg - es gibt keinen Müllplatz für
menschlichen, humanoiden Sondermüll irgendwo im Kosmos, sondern es gibt
einfach nur das Ausschleudern, das Verbinden des festgesetzten Dunkels
mit dem freien Fluss.
Dann kommt es in euch zurück und steht
euch als eine neue Kraft zur Verfügung. Das ist ein geniales Prinzip,
das ist Recycling pur - kosmisches Recycling.
Alles, was wir zum
Ausdruck bringen, was wir verbalisieren, was wir erläutern und erklären
können, können wir nur deshalb, weil sich das gesamte Bild, die gesamte
Lebensebene geöffnet hat und alle Dämonen jetzt auf dem Tisch tanzen
und rufen: Lass mich raus!
Die Dämonen wollen wieder ins Licht
Seit 2001, seit wir im Aufstieg sind, haben sie auch keine Lust mehr
und möchten wieder raus ins Licht. Die sind zum Teil dreitausend Jahre
alt, die sind zum Teil seit dreitausend Jahren in euren Körpern.
Das
bedeutet jetzt: Sieben Jahre nach dem Aufstieg sind zwar noch sehr
viele Dämonen auf der Erde, in der Kollektivaura der Menschheit, im
Emotional- und im Angstkörper der Menschen - aber in dem Augenblick, wo
ihr auf sie trefft, könnt ihr sie mit großer Leichtigkeit raus bringen.
Felix hat welche mitgebracht, weil er noch neu im Geschäft ist.
Er hat uns einfach dieses Anschauungsmaterial mitgebracht.
Nicht, weil er zu blöd ist, sie zu erlösen, sondern weil ihr neunzehn
Jungs und Männer euch verabredet habt für dieses Wochenende. Mit ihm
haben sich auf diese Weise dreiundzwanzig Dämonen verabredet, die auch
dabei sein wollten.
Es ist kein Zufall, dass er sich einen Tag
vor dem Workshop entschieden hat teilzunehmen. Dann war er innerhalb
kürzester Frist hier und hat gleich die Großmutter aus Argentinien
mitgebracht hat. Jeder Einzelne von euch hat viele Familienmitglieder
und viele Wesen mitgebracht.
Solche Dämonenaustreibungen, solche
Besetzungserlösungen, die wir jetzt hier dieser Tage noch einmal
machen, haben Susanne und ich früher öfter gemacht. Doch schon seit
vier, fünf Jahren ist das Thema überhaupt nicht mehr aufgetreten.
Wenn
ihr jetzt aber in die andere Szene geht, in die Vierte Welle, und eure
eigenen Praxen aufmacht und die Leute zu euch kommen lasst, kann es
durchaus sein, dass ihr mit dem Thema noch konfrontiert werdet.
Ihr
bekommt diese Informationen als ein theoretisches Handwerkszeug an die
Hand. Ihr seid nicht Betroffene, sondern ihr seid Wissende. Ihr wisst,
wie mit dieser Situation umzugehen ist. Ihr wisst nun, wo sie
herkommen, welchen Dienst sie leisten, was sie jetzt brauchen - und wie
ihr sie entlassen könnt. Für euch ist das Thema im Grunde genommen
erledigt.
Vater-Besetzung
Ich weiß nicht, wie du das damals empfunden hast, als dieser Vater aus
dir heraus und in mich gestoßen ist. Für mich war das eine ziemlich
heftige Situation. Wie war das für dich, Joachim? War das dämonisch
oder fies?
Joachim: Nein, überhaupt nicht. Du hast den Schmerz getragen.
Sabine: Ja, aber nur weil er unerwartet in mich hinein gefahren ist und weil er seinen Schmerz auch erst in mir geöffnet hat.
Joachim: Es war eine Erleichterung. Die habe ich gespürt und die war anhaltend. Bis heute.
Sabine:
Und danach konntest du dein Leben, das du viele Jahre ändern wolltest,
innerhalb von zwei Wochen komplett umkrempeln. Alle Ebenen haben sich
erneuert.
Ich darf das erzählen: Joachim will sich seit ungefähr
zwanzig Jahren von seiner Frau trennen - und es ging nicht. Der Vater
hat die Ehe mit seiner Frau, mit Joachims Mutter, gehalten. Er hat sich
über einen Gehirnschlag davongestohlen und damit die Treue zu seiner
Frau auf Joachim, den Sohn, übertragen - und der stand nun da als
Ersatzvater und als Ersatzpartner für die Mutter.
Diese
Forderung nach Treue hat nicht Joachim getragen und gewollt, die hat
der Vater ihm übertragen. Bei seinem Schwiegervater war es genauso.
Auch da ist der Mann aus der Ehe ausgebrochen durch Selbstmord - der
eine durch Gehirnschlag, der andere durch Herzschlag.
Und da
kam ein weiteres Wesen über Joachim, das gesagt hat: Du kannst deine
Familie nicht verlassen, das geht nicht. Werde kreuzunglücklich, stirb,
wenn es nicht anders geht, aber bleib treu.
In dem Moment, da
die beiden raus waren, wurde Joachim frei - und es öffneten sich ihm
alle Aspekte, die notwendig waren: die Wohnung kam sofort, neue
Aufträge kamen, Bezahlung kam, sogar das Auseinanderfummeln mit der
Ehefrau ist auf eine brillante Art gelaufen. Auch sie ist auf eine
gewisse Art froh, dass sie Joachim endlich los ist.
Joachim: Nicht dass sie mich los ist, sondern dass sie selbst frei ist.
Sabine:
Dass sie selbst frei ist, richtig. Wenn ihr euch wirklich selbst treu
seid, wenn ihr diese euch besetzenden Energien los seid, wenn ihr über
eure Schatten springt - eure Schatten sind die Dämonen und das
Darüberspringen bedeutet, sie loszulassen, sie frei zu lassen - dann
ist es, als wenn auf eurem Lebenspokertisch die Karten neu gemischt und
neu ausgeteilt werden.
Dann habt ihr ein richtig gutes Blatt
auf dem Tisch - einfach weil der ganze magnetisierte, fremdbestimmte
Abstieg zu Ende ist und jetzt der elektrische Aufstieg kommt. Nun
können all die Wesen an eurer Seite gehen - die lichten, die Führer,
die Unterstützer - die bisher keinen Zugang zu euch hatten, weil ihr
von Dämonen, von Besetzungen, von dunklen Helfern nur so umzingelt wart.
Damit erlösen wir heute endgültig das Thema Kindheit, Elternschaft, Großelternschaft - das Thema Familie.
Bernd: Da es um Sexualität geht, ist etwas bei mir in Resonanz gegangen
aus meiner Kindheit. Es fällt mir im Moment ein bisschen schwer, da
anzufangen. Es geht eigentlich um drei Aspekte: Zum einen habe ich als
Kind sehr lange in die Hose gemacht. Woran ich mich noch erinnere ist,
dass ich einmal die Hose voll hatte - ich saß auf einem Stein und habe
mich richtig gesuhlt darin. Es war ein wunderschönes Gefühl.
Das
zweite: Meine Mutter hat mich - das müsste so im Alter von vier oder
fünf Jahren gewesen sein - beim Onanieren erwischt. Ich lag ganz nackt
auf einem Sofa in unserem Wohnzimmer - die Szene werde ich auch nie
vergessen - und aus der Küche hat meine Mutter durch ein Glasfenster
geschaut und mich gesehen. Ich hatte einen Schock. Es fuhr so richtig
in mich rein. Sie hat es meinem Vater erzählt, und die Folge war, dass
es Strafen gab.
Der dritte Aspekt, der noch hochkam: Ich habe
sehr schnell geweint als Kind, auch lange Zeit später noch. Diese
Aspekte gehen bei mir einfach in Resonanz. Mein Gefühl ist, dass etwas
Unerlöstes dabei ist, das ich mitgeschleppt habe.
Sabine: Wie lange warst du Bettnässer?
Bernd:
Das könnte bis zum Alter von vier oder fünf Jahren gewesen sein. Ich
erinnere mich, dass ich in diesem Bottich gestanden habe und meine
Mutter mit den Arsch versohlt hat. An die Schmerzen kann ich mich nicht
mehr erinnern.
Sabine: Nein, die körperlichen Schmerzen sind ja
auch nicht bedeutsam. Der Seelenschock ist bedeutsam. Was ist jetzt
deine Frage dazu?
Bernd: Ich spüre, dass sich da etwas in mir
abgelagert hat oder entstanden ist. Es kommt immer mal wieder hoch. Ich
weiß aber nicht, was für mich die Auswirkung ist, was ich davon
mitgenommen habe? Es verwirrt mich immer wieder.
Sabine: Mich
würde es auch verwirren. Schau, du machst jetzt genau das, was Anton
vorhin vorgeschlagen hat, nämlich das Chaos am Ende der Zeit sortieren
zu wollen. Aber erstens hat dein Gehirn nichts mit deinem Sexus, das
einfach nur fühlt, zu tun. Und zweitens kannst du am Ende der Zeit
einen sexuellen Schmerz, eine sexuelle Imbalance, eine
Körperfeindlichkeit, die geherrscht hat, nicht auf dich beziehen.
Es
war zwar die Anfangszeit deiner diesmaligen Inkarnation, aber es ist
auch das Ende der Zeit einer langen Familiengenerationslinie. Wenn du
es auf dich beziehst, wirst du zu keinem Ergebnis kommen.
Die
einzige Frage, die du dir stellen musst und die einzige Entscheidung
die du treffen musst ist, ob du bereit bist, diese Erbschaft des
sexuellen Traumas, der Körperfeindlichkeit und der Lustfeindlichkeit,
die über deine Eltern, Großeltern und Urgroßeltern zu dir gekommen sind
- ob du bereit bist, dieses Trauma anzunehmen und zu lösen. Wenn du
bereit bist, das zu lösen, hast du nichts mehr, woran du studieren
kannst. Aber du hast ein paar Jahre mehr Lust und Freude auf der Erde.
Erläuterung zu Bettnässen oder Hosennässen
Anatomisch ist es so, dass die Blase das Kind der beiden Nieren ist.
Die linke Niere und die rechte Niere stehen für die Mutter und für den
Vater - das männliche und das weibliche Prinzip, das basische und das
saure Prinzip. Da laufen Harnleiter von jeder Niere in die Blase, die
die vielen Gifte, die in der Niere sind, ausleiten.
Der
Schmerz des Vaters ist in der einen Niere, der Schmerz der Mutter in
der anderen - und sie leiten ihren ganzen Schmerz, ihren
unausgedrückten Tränenfluss, über die Harnleiter in die Blase. Die
Blase ist das Kind.
Wenn Kinder also lange bettnässen - es
gibt Kinder, die mit 14 noch Bettnässer sind - dann nur deshalb, weil
sie über ihre Seelen- und Geisteskraft den ungeweinten Schmerz ihrer
Eltern aufnehmen und nachts, wenn sie keine Kontrolle mehr über ihren
Körper haben, loslassen.
Du hast es allerdings auch dann
gemacht, wenn du Kontrolle über deinen Körper hattest - du hast eine
gewisse Frechheit besessen, die Kontrolle schon im Wachzustand
loszulassen.
Feminine Energie im männlichen Körper
Das bedeutet wiederum, dass du eine grundsätzlich feminine Energie
hast, denn Kontrolle ist eine maskuline Kraft. Die Lust der eigenen
Körpererfahrung ist grundsätzlich eine feminine Energie - egal ob du im
maskulinen oder im femininen Körper bist. Lust ist ein spiralförmiges
Bewusstsein. Freude ist eine feminine Kraft.
Du
hast dich damals so platziert, dass alle dich sehen konnten, und hast
ihnen damit gezeigt: Ich habe zwar einen männlichen Körper, aber ich
bin gekommen, um das feminine Bewusstsein über den männlichen Körper zu
bringen.
Und Mädchen weinen gerne und viel - du auch. Du bist
kein Mädchen, aber du bringst über das Weinen die verhärteten Krusten,
den verhärteten Schmerz deiner Altvorderen ins Fließen.
Frage
nicht, was das ist, sondern entscheide dich einfach nur, ob du erstens
annehmen willst was war, zweitens loslassen willst was ist und dir
drittens gleichgültig sein lassen willst, was sein wird. Das ist die
einzige Chance.
Laboriert nicht mehr an euren Dramen herum. Es
ist gut, dass du das jetzt herein gebracht hast. Wir laborieren jetzt
ein bisschen, um das zu klären. Aber laboriert zu Hause nicht mehr
selbst an den Dingen herum, sondern bringt all diese Fragen und
Probleme, die ihr jetzt noch habt, hier in die Runde. Lasst sie uns
klären und lasst sie heute Abend einfach los.
Es gibt noch genügend andere Dinge, mit denen ihr euch die nächsten Jahrzehnte beschäftigen könnt.
Wutausbrüche - Mutter und Sohn
Felix: Ich habe noch etwas: Zwischen meinem vierten und achten
Lebensjahr habe ich ziemlich viele Wutausbrüche gehabt, in heftigster
Form. Ich bin dann komplett ausgeflippt. Meines Erachtens war es meine
Mutter, die mich provoziert hat, indem sie mir nicht das gegeben hat,
was ich gerne haben wollte. Dann hat sie dagegen angebetet im Namen
Jesu, dass ich still zu sein habe. Das habe ich als sehr dominant und
auch als fast kastrierend erfahren.
Sabine: Dass sie Jesus gegen dich ins Feld geführt hat?
Felix:
Dass sie so dominant war und dass mein Wille unwichtig war, dass sie
mich lieber in Wut hat ausbrechen lassen und einfach zugesehen hat, bis
ich es dann aufgegeben habe. Und von Donnerstag auf Freitag, als ich
hier angereist bin, hatte ich dann diesen komischen, ekligen Traum,
dass meine Mutter mich gefickt hat.
Sabine: Interessant. Und was ist deine Frage?
Felix:
Meine Frage betrifft diese Wutausbrüche - ich fühle da etwas
Unerlöstes, weil das irgendwie nicht erlaubt war. Dann ist meine Frage
auch, was dieser Traum sollte, ob es da noch eine Verbindung gibt, eine
Dominanz, die mir nicht gut tut?
Sabine: Du meinst eine Dominanz von deiner Mutter dir gegenüber?
Felix: Ja.
Sabine:
In deinem Alter von 28 Jahren ist die Dominanz zwar phantomtechnisch
noch da, aber rein lebensorganisatorisch ist sie nicht mehr da. Dieser
Traum bedeutet nicht, dass deine Mutter über dich hergefallen ist,
sondern dein eigenes geistiges weibliches Selbst. Die Träume, die wir
haben, die verschiedenen Personen, die wir in den Träumen erleben, sind
immer verschiedene Masken unserer selbst.
Wenn sie dich, wie du
sagst, gefickt hat, ist die Frage: Was bedeutet der Geschlechtsverkehr,
die physische, körperliche Liebe für dich? In diesem Fall Demütigung
und Unterwerfung, oder? Das ist die alte maskuline Kraft, die bei
dieser Form der Verkörperung von Macht und Unterwerfung übrig blieb -
der Geschlechtsakt als Unterwerfung des Willens. Wer unterwirft jetzt
wen? Oder welcher Anteil in dir unterwirft welchen?
Felix:
Demnach ja das Weibliche das Männliche. Ich erlebe das aber anders
herum, bei anderen und jetzt bei mir - das Männliche unterwirft das
Weibliche.
Sabine: Richtig. So herum. Das ist eure
Familienchronik, die über deinen Vater kommt, über die Großmutter. Das
maskuline Wesen in deiner Großmutter hat aufgrund der gesamten Umstände
in ihrer Lebenszeit - während ihrer Kindheit, Jugend- und
Erwachsenenzeit - das Feminine komplett unterworfen.
Also ist
aus dieser Großmutter, die einst eine lebenslustige Frau war und sowohl
die männliche als auch die weibliche Kraft in sich hatte, eine sehr
harte alte Dame geworden, die ihren Hass und ihren Zorn den Männern
gegenüber direkt auf ihren Sohn übertragen hat, der schließlich zu
deinem Vater wurde.
Damit hat ihr Sohn gelernt, dass maskuline
Energie Scheiße ist. Aber er war nun mal ein maskulines Wesen - und
damit war eine Identifikationskrise in ihm vorformuliert. Diese
Identifikationskrise hat dein Vater dann wiederum über seine vier
Ehefrauen mit drei Söhnen und einem Zwillingssohnpaar auf eine perfekte
Art und Weise manifestiert, dass er in seiner großen Kraft und in
seinem verhärteten Willen, aus all den Wesen, die sich als Töchter bei
ihm inkarnieren wollten, Söhne gemacht hat.
In der Galerie
deiner vier Geschwister und dir befinden sich mindestens drei Wesen,
die hochkarätig feminine Wesen sind und nur aufgrund einer Absprache
mit diesem Vater männliche Körper gewählt haben, obwohl sie selbst
weibliche gewählt hätten. Einer von denen bist du.
Atme das mal.
Wir sprechen jetzt nicht mit dir, um dein Gehirn zu befriedigen. Lass
das mal in dein Herz fließen und nutze diese Wahrnehmung und diese
Erläuterung auch dahingehend, dass du den Groll, den du deiner Mutter
gegenüber hast, löst. Dass du zumindest bereit bist, diesen Groll zu
lösen. Denn dein Groll deiner Mutter gegenüber ist wiederum eine
Projektion deines eigenen Grolls deinem Vater gegenüber, der ein
männliches Wesen aus dir gemacht hat, obwohl du selbst ein weibliches
bist.
Maskulin-feminine Identifikations-Krise
In diesen Wutausbrüchen, die du in der Zeit zwischen dem vierten und
achten Lebensjahr hattest (das ist genau die Zeit vom ersten Jahrsiebt,
indem die feminine Körperbildung stattfindet, auf das zweite Jahrsiebt,
in dem die maskuline Körperbildung geschieht), hast du eine sehr
deutliche Identifikationskrise gehabt, eine maskulin-feminine
Identifikationskrise.
Natürlich
hast du das als Kind nicht verstehen können. Aber deine Mutter hat dir
das weibliche Wesen projiziert, das du zwar in dir gespürt, aber nicht
gefunden hast. Das sind Schattengefechte, Schattenkämpfe, Projektionen,
die keine andere Bedeutung haben, als weitere Wurzelkräfte, weitere
Kräfte zur Erde zu bringen, weitere Tiefen von Drama zu erzeugen - die,
wenn die Zeit reif ist, zu Erkenntnissen, zu Reifeaspekten, zu
Einsichten, ja auch zur Erfüllung führten.
Du hast dich nicht
nur, weil dein Vater dies auf eine drastische Art vorgeformt hat, als
Mann inkarniert, sondern du hattest auch einen eigenen guten Grund,
einen männlichen Körper zu wählen. Nach 2012 - in der neuen Sexualität,
in der neuen Partnerschaft, in der neuen Energie - wird die maskuline
und feminine Energie im Grunde genommen keine Rolle mehr spielen.
Von
daher kannst du diese Energien, diese Situationen, diesen Traum und
diese Erinnerung dahingehend annehmen, dass du deine weibliche Kraft
und Energie in dir annimmst. Damit bringst du einen Frieden in deine
Mutter-Sohn-Beziehung und gleichzeitig senkst du damit einen
Erlösungssamen in das sehr verhärtete Herz deines lieben Herrn Vaters.
Was
deine Großmutter in ihrem Leben zutiefst nicht mehr öffnen konnte,
nämlich den weiblichen Pol, hat sie auf dich übertragen. Und den
öffnest du aus deinem männlichen Sein heraus. Das ist leicht, in der
heutigen Zeit machst du das mit links.
Das Drama befindet sich
auf der Ebene deiner Eltern. Deine Großmutter ist der Überbringer der
Fackel, du bist der Annehmer der Fackel. Indem du also das Licht deiner
Großmutter annimmst, den Auftrag annimmst, den weiblichen Pol in deinem
Leben wieder zu rehabilitieren - in der Familie und in der Gesellschaft
- hast du den Wunsch deiner Großmutter erfüllt. Und dann wirst du auch
selber in die Ausdehnung deiner geistigen Kraft kommen.
Männerhass der Mutter
Benny: Als ich sechs oder acht Jahre alt war, habe ich einen ähnlichen
Traum gehabt. Mein Vater hatte im Dachstock einen Rückzugsort, dort hat
er seine Bücher gelesen. Im Traum war meine Mutter dort in Strapse und
am Arsch ist ihr ein Schwanz herausgewachsen, der hatte auch eine
Eichel… - Meine Frage ist, ob ich das auch bin?
Sabine:
Nein. Die Frage, wer es ist, erübrigt sich, weil sie nicht beantwortbar
ist. Aber wir kommen der Sache dadurch näher, dass wir wissen, dass
dein Vater ein Priester war und, wenn auch nicht direkt dem Zölibat, so
doch einer gewissen calvinistischen Körperfeindlichkeit und all den
strammen männlichen Vorstellungen eines anständigen Kirchenmannes
unterworfen war. In dieser Vorstellung war die Frau seit 900 nach
Christi Geburt ein unterworfenes Wesen, eine Versuchung, ein Dämon,
eine Vertreterin des Teufels.
Nun hat dein Vater aber geheiratet
und mit dieser Frau Kinder gezeugt. Deine Mutter hat genau so oder so
ähnlich wie Felix' Großmutter in einem enormen Männerhass gelebt.
Deshalb hat sie nicht einen Mann geheiratet, sondern einen Priester.
Benny: Er ist oft fremdgegangen.
Sabine:
Trotzdem war er nur ein Priester. In dem Augenblick, wo eine
Körperlichkeit, ein körperliches Bedürfnis unerlöst ist und
gleichzeitig Energien aus den Vorgenerationen unerlöst sind (von den
Eltern deines Vaters, von den Großeltern, von den Eltern und Großeltern
deiner Mutter), wenn das alles zu dir kommt und du als ein sehr
sexuelles Wesen, als ein sehr lustvoller Geist zur Erde kommst und
sagst: „Jetzt machen wir Party auf der Erde“, dann wirst du dir eine
Familie aussuchen, in der die Thematik Sexualität in einer solchen Form
chaotisiert und pervertiert ist, dass du darin selbst deine eigene
Wurzel bilden kannst.
Das bist nicht du, das ist die Aufnahme
eines pervertierten sexuellen Dämons über viele Zeitalter, über viele
Stufen. Sexualität und Alkohol waren über viele Jahrtausende der
einzige Trost, den die Menschen hatten, der aber auch sehr schnell
pervertiert und zu einer Sucht wurde, und gleichzeitig zur Unterwerfung
anderer diente.
Du hast den Schmerz der Nichterfülltheit deiner
Mutter übernommen und den Schmerz deines Vaters nach
Nichterfüllen-Können, nach Nichtgeben-Können - das
Nichtempfangen-Können deiner Mutter und das Nichtgeben-Können deines
Vaters. Der Schmerz dieser beiden war gewaltig groß, aber die
bürgerlichen Konventionen waren größer.
Das sind eidgenössische
Verhüllungen. Ich weiß nicht, inwieweit dein Stammbaum auch aus Italien
kommt. Aber auch Italien ist ein Land, in dem zwar die Madre - die
Mutter Maria - hoch gelobt wird, aber nur als ein Ersatz für eine
enorme psychische, geistige und seelische Impotenz und Gefühlskälte,
die jeder in sich selbst getragen hat und an der sehr viele gestorben
sind - sowohl im Kampf, in Aggressionshandlungen als auch ganz still
und heimlich an irgendwelchen Krebsgeschwüren.
Multiples Persönlichkeitssyndrom
Du hast es auf dich genommen, um es zu erlösen. Dadurch hat sich dann
das entwickelt, was von den Ärzten heutzutage als multiples
Persönlichkeitssyndrom oder Borderline Syndrom bezeichnet wird.
Das
ist nichts anderes als das herabgestiegene Wesen, das gesagt hat: Ich
helfe euch allen, und zwar allen zur gleichen Zeit - und dadurch in
sieben Sümpfe gleichzeitig gestürzt ist. Jetzt kommst du aus diesen
sieben Sümpfen heraus und merkst, dass du eine sehr, sehr große Kraft
hast - eine feminine Kraft, eine Marienkraft - die sowohl weint um den
Schmerz der anderen als auch die Härten und Krusten erlöst, und die
auch in der Lage ist, die Perversionen der Liebe zu klären. Das hast du
in dir.
Atme! Lass das jetzt los. Lass die Sache jetzt einfach
los und nutze diese Nacht, nutzt alle diese Nacht, um diese Dinge, die
wir heute Abend besprechen, endgültig in die Drehung, endgültig in die
Erlösung zu bringen.
Es gibt einige unter euch, die sich eine
äußerst dramatische Kindheit gesucht haben. Und es gibt andere, die
eine relativ liberale Kindheit hatten, die sich einfach nur dadurch
misshandelt fühlten, dass sie nicht in ihrem tiefsten Inneren
verstanden wurden. Zu denen gehöre ich. Ich dachte immer, dass ich eine
schlimme Kindheit hatte. Aber seit ich mit Leuten arbeite, weiß ich,
was wirklich heftige Kindheiten sind.
Dennoch ist es so, dass
jeder Einzelne von uns - und auf der geistigen Ebene sind wir absolut
gleichwertig, gleichen Niveaus, gleicher Größenordnung - sich auf der
Erde den Sumpf gesucht hat, den er brauchte, um seine große innere
Kraft auch zum Ausdruck zu bringen. Ihr habt euch nicht gescheut, in
wirklich heftige und hässliche Dramen einzutauchen.
Maria
selbst steht, wie ihr ja aus der Kirche wisst, auf einer Mandorla, und
um diese Mandorla herum sind Schlangen, Ungeziefer, Skorpione und
giftiges Getier. Sie steht barfuß dort. Maria kann dort stehen, weil
sie das Wesen ist, das dieses Getier am Ende erlöst. Dieses Getier
steht für den niedersten Abgrund des Schmerzes, des Grauens, der
Gewalt, der Perversion, der Verirrung des Geistes und des Sexus.
Kindliche Unschuld
Benny: Als ich vier oder fünf Jahre alt war, hat mich meine Schwester -
die zwei Jahre älter ist - im wahrsten Sinne des Wortes eingeführt. Ich
hatte als Fünfjähriger Sex mit ihr. Bis zu dieser Zeit war für mich die
Welt noch einigermaßen heil. Erst als ich mit Pornos nach Hause
gekommen bin und sie in mein Bücherregal gelegt habe, ist es
losgegangen.
Sabine:
Ja, als dein kindlicher Umgang mit der Sexualität und deine Unschuld
plötzlich geächtet und verdammt wurden und du dafür aus deinem
heilen Leben herausgeschleudert wurdest.
Benny: Habe ich mit ihr schon eine Beziehung gehabt in einem anderen Leben?
Sabine:
Selbstverständlich. Das habt ihr alle. Das ist im Augenblick auch nicht
wichtig. Das ist nicht der Punkt, um den es geht. Aber immerhin habt
ihr miteinander verabredet, dass du mit ihr schon einmal, bevor du aus
dieser Unschuld herausgeprügelt wirst, eine Begegnung auf der äußeren
Ebene mit einer weiblichen Person hast. Ob das deine Schwester gewesen
ist oder jemand anderes, ist gleichgültig.
Aber zutiefst hast du
in dieser Begegnung mit deiner Schwester mit deiner eigenen femininen
geistigen Kraft noch einmal tiefen Kontakt gehabt.
Du bist vor
etwa achtunddreißig Jahren aus dieser kindlichen Unschuld
herausgegangen, hast viel erlebt, viel getan - und gehst jetzt wieder
hinein, ohne Wenn und Aber. Du bist ja auch ohne Wenn und Aber
rausgeprügelt worden. Also prügelst du dich ohne Wenn und Aber wieder
hinein.
Du hast keine andere Chance, Benny. Du kannst die
Dinge nicht klären, so lange du nicht wieder bei dir selbst bist. Du
musst erst in den Frieden mit all dem kommen, du musst erst die Dinge
von selbst sich richten, wandeln und neu strukturieren lassen.
Und
erst in ein, zwei Jahre, wenn du dann zurückschaust, wirst du mit
dieser Zeit, während der du raus geschleudert warst, sehr viel anfangen
können. Dann wirst du an vielen Stellen ernten können, wo du einst
gesät hast - dunkle Saat und später süße Früchte.
Aber bevor
du diesen geistigen Wandel nicht zugelassen hast, bevor du nicht -
sagen wir mal - drei Jahre kristallines Gras darüber hast wachsen
lassen, wirst du nicht zur Ernte kommen.
* * *
Jetzt und Hier, am Ende der Zeit, besprechen wir diese Dinge,
erläutern sie, erklären sie - aber die Konsequenz ist für euch alle
gleich: Annahme dessen was war, Loslassen dessen was ist und
Offenlassen dessen was sein wird.
Die Zeit eurer Ernte wird
kommen. Ihr habt große Äcker gehabt, habt sehr viel gesät und ihr
werdet das ernten - ab Anfang Februar 2009. Saint Germain gibt gerade
ein genaues Datum durch: ab 9. Februar 2009, morgens um halb sieben,
geht’s los. Das sind jetzt die Scherze zwischendurch.
Es ging
jetzt einfach darum, euch klarzumachen, dass sich das, woran ihr 40
Jahre gelitten habt, heutzutage in kürzester Frist erlöst.
In
den Psychotherapien und Psychoanalysen der 80er- und 90er-Jahre hat es
fünf bis zehn Jahre gedauert, bis ihr mit einem Problem durch wart.
Dafür benötigen wir heute ein Wochenende - einfach weil jetzt die
Wandlungskraft da ist, die bisher nicht da war. Die Alten haben zu
Recht zehn Jahre gebraucht. Und heute brauchen wir zu Recht nur ein
Wochenende - einfach, weil sich die Zeitqualität verändert hat.
Denktechnisch keine Chance
Anton: Ich fand das sehr spannend, was du zu Felix gesagt hast über die
Männlichkeit und die Weiblichkeit, dass das in der Zukunft gar nicht
mehr so wichtig ist.
Sabine: Was bedeutet das für dich?
Anton: Dass ich ein bisschen mehr verstehe, was wahrscheinlich demnächst in der fünften Dimension abläuft.
Sabine: Hör auf zu hirnen, Anton.
Anton: Das wird schwierig bei einem Akademiker. Ich wollte nur mal was anstoßen.
Sabine:
Du stößt hier nichts an. Du stößt höchstens auf. Stoße nichts an,
Anton, die gesamte Thematik - sowohl die finanzielle, berufliche,
wirtschaftliche, politische Situation als auch die persönliche,
private, partnerschaftliche, sexuelle Situation - wandelt sich von
selbst in euch. Dadurch, dass ihr eure Zentren öffnet und eure
geistigen Ströme ins Fließen bringt. Und dadurch, dass ihr eure gesamte
Lebensmatrix synchron schaltet mit der Lebensmatrix des Planeten Erde,
der jetzt schon weiter ist als ihr - weil er sich bereits synchron
geschaltet hat mit dem ihn umgebenden Kosmos, der wiederum in einer
großen Synchronizität zur Galaxis ist.
Das geht jetzt weit über
deinen Horizont hinaus. Denktechnisch hast du null Chancen.
Herztechnisch hast du auch wenig Chancen. Du hast nur Chancen im
Bereich deiner Öffnung - der Öffnung deines Sexus, deiner dunklen
Energien und auch der Öffnung des Raumes in dir, der nicht weiß.
Der Raum des Nicht-Wissens
Der Raum des Nicht-Wissens, der Ahnungslosigkeit - das ist für
Akademiker, für Intellektuelle das größte Problem überhaupt. Besonders
schwer ist es für Lehrer zu sagen: Das weiß ich jetzt nicht.
Ich
bin genauso auf eure Fragen und meine Antworten gespannt wie ihr. Ich
kenne die Antworten genauso wenig wie ihr. Das ist das Wissen ohne
Erfahrung, das ist die Weisheit ohne Wissen, das ist das Wissen ohne
Lernen und das Wissen ohne Grenzen - das ist das frei fließende
feminine innere Wissen, das geistige, das spiralförmige Bewusstsein.
Ein Teil deiner großen Dunkelheit besteht im Nicht-Wissen, im Nicht-Erkennen-Können, im Keine-Orientierung-Finden.
Felix
hat mich vorhin gefragt, woher ich meine anatomischen Kenntnisse und
das Wissen über all diese Dinge habe. Die Antwort ist: Ich habe eine
Woche lang das Endokrine System studiert. Das hat gereicht, um seither
fünf Jahre lang alle Antworten zu bekommen, die ich brauche. Ich habe
mich vier Tage mit Quantenphysik und drei Tage mit Astrophysik befasst,
habe ein bisschen hier und dort geschnuppert.
Also - nicht
studieren, nicht wissen, nicht wissen müssen, die Orientierung mit
großer Freude verlieren - das Ohnmächtigwerden des Bewusstseins. Die
Ohnmacht des Körpers findet dann statt, wenn euer Denken ohnmächtig
werden möchte, euer Gefühl ohnmächtig werden möchte - einfach weil euer
Herz durchbrechen möchte. Aber euer Verstand sagt: Stopp, Kontrolle!
Und dann passiert es, dass ihr plötzlich aus dem Verkehr gezogen
werdet. Die Seele sagt: Es reicht - und geht raus. Und dann kippt
euer Körper weg.
Die Ohnmacht der Gedanken, die Ohnmacht des
Wissens, ist eine Forderung an uns Intellektuelle, damit die große
Weisheit herein fließen kann. Und bevor du diesen Gürtel der Ohnmacht
des Wissens nicht durchschritten hast, so lange du immer noch Dieses
und Jenes wissen willst, so lange du noch meinst anstoßen zu müssen,
bist du noch nicht in der Lage, diese neuen fünfdimensionalen Formen
der Sexualität, der Partnerschaft, der Geschlechtlichkeit auch nur
anzunehmen oder umzusetzen.
Das Wissen kommt erst nach der
Erfahrung, die Theorie erst nach der Praxis. Das war schon immer so,
seit ihr von oben abgestiegen seid. Ihr habt euch immer erst
hineingestürzt und habt Erfahrungen gemacht. Dann seid ihr
zurückgekommen und habt gesagt: Aha, das habe ich gemacht und das ist
passiert. Und daraus habt ihr dann die Theorie entwickelt.
Daher
werdet ihr auch nicht erst wissen müssen, um danach machen zu können.
Ihr werdet erst machen, um hinterher wissen zu können. Daher ist der
besinnungslose Sex am Ende der Zeit unendlich viel effektiver als das
besinnungslose Denken und Wissen. (Gelächter)
Das war
ernst gemeint. Ist doch eine ganz angenehme Botschaft, oder? Atme das,
Anton. Atme das, nimm es einfach an. Und ich habe jetzt nicht nur zu
dir gesprochen, sondern zu allen.