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kobra 1

DIE WEISSE KOBRA

Geschichten von Angst und Liebe

Geschichten von Stolz, Schuld und Sühne

Geschichten von Raum und Zeit, Weg und Ziel

Einleitung
Euer körperliches Herz hat zwei Kammern, denn es ist das Zentrum eures dualen Lebens. Es beherbergt die beiden Grundkräfte eures Körpers, eurer Gefühle und Gedanken, eurer Entscheidungen und Handlungen und schließlich eurer Erfahrungen und eurer gesamten irdischen Realität: die ANGST und die LIEBE.

Euer seelisches Herz ist ein einziger Raum, ein transzendenter Tempel der Christusliebe - der bedingungslosen Liebe eures eigenen kristallinen Seins. Zweiunddreißig weiße Lichtsäulen tragen ein kuppelförmiges Dach, durch dessen runde Öffnung im Zenit goldweißes Licht hereinströmt und eure Körper so lange nährt, bis ihr sie wieder aufgebt.

Euer geistiges Herz ist der EINE Raum und die EINE Zeit. Euer geistiges Herz ist raumlos und zeitlos. Eure Herzzeit ist Jetzt und Immer, euer Herzraum ist Hier und Überall, Lichtjahre von euch entfernt und doch in nur einem Atemzug erreichbar. In diesem Raum schwingen alle Farben des Kosmos, alle Klänge und Formen kommen aus ihm hervor. Hier seid IHR SELBST wahrhaftig.

Ihr seid Wesen der Einheit, nur eure Körper leben im Raum der Zwei. Glaubt ihr wirklich, ANGST sei schlecht und LIEBE gut? Nein, gewiss nicht. ANGST ist die gewaltige Wurzelkraft, mit der ihr LIEBE auf dem Planeten Erde verankern konntet. Die Verankerung ist vollzogen, nun hat LIEBE die Erde durchdrungen. Ihr könnt das Werkzeug ANGST also entlassen, zurückgeben, es einfach ausatmen, denn es hat seinen Zweck erfüllt.

Macht euch mit uns auf die innere Reise durch die Räume ANGST und LIEBE hinein in eure Einheit und erlaubt uns, euch einen Teil der großen Bürde abzunehmen, die ihr so lange getragen habt.

Wir atmen in tiefer Liebe mit euch. Wir sind Christus Emanuel, Djwal Khul und Maitreya.
 


Der Traum von der Angst
Zwei Menschenkinder irren in einem düsteren Raum umher. Zwar sind sie nicht auf der Flucht, aber doch in drängender Eile. Gerade treten sie aus einem Haus heraus in einen dunklen Hof, den hohe Mauern umgeben. So hoch sind die Mauern, dass ihr oberer Rand nicht zu sehen ist. Er verschwindet in einer Dunkelheit, die nicht jene der Nacht ist. Diese Dunkelheit ist dumpf, grau und undurchdringlich. Nirgendwo schimmert und strahlt sie. Keinen Trost spendet sie und keine Geborgenheit.

Die Menschenkinder haben große, kräftige Flügel. Doch um abheben zu können, brauchen sie eine größere Fläche. Sie können nicht so steil starten, wie der enge Hof es verlangt. Die geflügelten Menschenkinder sind auf Hüfthöhe durch ein dünnes, weiß schimmerndes Seil miteinander verbunden. Die Frau hält sich eng an den Mann, vielleicht um ihn zu schützen, vielleicht auch, um seinen Schutz zu spüren. Der Versuch zu fliegen misslingt, da ihre Flügel aneinander stoßen.   

Er sagt: „Du musst mehr Abstand von mir nehmen.“ Diese Worte erschüttern sie zutiefst, denn die Bedeutung schießt in ihr hoch wie eine heiße Quelle.

So weit es geht, rückt sie von ihm ab, und mit großer Anstrengung fliegen sie hoch, über die Mauerkrone hinaus - und hinein in eine namenlose Dunkelheit.


Begegnung im Raum der Angst
Zwei Menschenkinder stehen in einem dunklen Haus in einem Doppelraum, der durch eine breite Türöffnung verbunden ist. Die Dunkelheit ist eng und schwer. Sie schmerzt den Körper und die Seele, denn es ist die Dunkelheit der Angst.

Der Boden ist voller Skorpione. Die Frau trägt Stiefel, die bis zu den Knien reichen, der Mann nur flache Schuhe. Sie wollen hinauslaufen, erreichen die Tür zum Hof. Doch sie ist verschlossen.

Sie drehen sich um und laufen voller Panik quer durch den Raum auf eine andere Tür zu. Es wimmelt nur so von Skorpionen und schwarzen Insekten. Die Frau schaut immerzu auf seine Schuhe, sieht, dass die Tiere schon an ihnen hochkrabbeln und ruft immerzu: „Pass auf! Pass auf!“

Doch ihn kümmert es nicht. Er stürzt auf die Tür zu, reißt sie auf, und beide prallen zurück. Dahinter sitzt noch ein Skorpion, ein riesengroßes Tier, so hoch wie der Raum. Die Menschenkinder schlagen die Tür wieder zu und erkennen, dass sie in einer Falle sitzen. Sie drehen sich verzweifelt um zu jenem Raum, aus dem es nun kein Entkommen mehr gibt.

Eine Lichtgestalt steht in der Mitte des Raumes - barfuß, in ein weißes Gewand gehüllt und von einem weißen Strahlenfeld umgeben. Ein hell leuchtender Stern sitzt auf ihrer Stirn. In weitem Radius um ihre Füße herum ist kein einziges Insekt zu sehen. Das Wesen schaut die beiden Menschenkinder an und sagt: „Entscheidet euch bewusst, worauf ihr eure Aufmerksamkeit richten wollt, auf LIEBE oder ANGST. Denn alles, worauf ihr euch ausrichtet, erhält Kraft in eurem Leben, selbst wenn ihr es voller Abscheu tut. So zieht ihr zu euch, was ihr fürchtet.“

Das Wesen schweigt einen Augenblick und fährt dann fort: „Wähnt ihr euch in Todesnähe, dann gilt dies doch nur für eure Körper. Diese könnt ihr in der Tat verlieren. Sie können sterben. Der Tod kann euch eure Körper nehmen - nicht aber eure Seele und nicht den Geist und nicht das wahre Leben.

Es sind eure Gedanken und Gefühle, die eure Seelen töten und euren Körpern ein qualvolles Dasein bereiten. Es sind eure Gedanken und Gefühle, die euer Leben sterben lassen, lange bevor der Tod kommt und euch erlöst. Es sind eure Gedanken, die solches Getier in euer Leben ziehen.

Lasst sie sterben. Lasst die Ängste und die Aggressionen in euch sterben, den Hass und die Schuldgefühle. Lasst eure Seele unverletzbar werden und den Geist erscheinen.

In dieser strahlenden Ganzheit eures Seins werdet ihr im Augenblick einer irdischen Gefahr sehr genau wissen, ob dies der Zeitpunkt ist zu gehen oder nicht.

Ist der Zeitpunkt gekommen, dann geht und kommt hier an, wo ICH BIN. Ist er nicht gekommen, werdet ihr wissen, was zu tun ist – in der Todesgefahr und im Alltag eures Körperlebens.

Daher sage ich euch: Entlasst den Geist der Umnachtung aus eurem Leben. Lasst die Dunkelheit der Angst und der Aggression aus eurem Leben ziehen. Atmet den Stolz und die Schuld der Zeitalter einfach aus – Hier und Jetzt.“